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Palästinensergebiete: Die Waffen sollen wieder ruhen

Seit Wochen stehen die palästinensischen Gebiete am Rand eines Bürgerkriegs. Nun haben die beiden rivalisierenden Gruppen Hamas und Fatah einen Waffenstillstand vereinbart - wie lange der anhalten wird ist aber ungewiss.

Die rivalisierenden Palästinenser-Gruppen Fatah und Hamas haben ihre Anhänger zu einem Ende der bewaffneten Auseinandersetzungen aufgerufen. Vertreter der Fatah des gemäßigten Präsidenten Mahmud Abbas und den regierenden Hamas-Extremisten trafen sich nun auf Vermittlung Ägyptens im Gaza-Streifen und vereinbarten einen Waffenstillstand.

Beide Seiten hofften auf ein Ende der Gewalt, sagte der Fatah-Abgeordnete Madsched Abu Schammala. Bei den Auseinandersetzungen waren in den vergangenen Wochen fast 20 Menschen getötet worden. Vorausgegangene Vereinbarungen für einen Frieden zwischen Fatah und Hamas waren nicht von Dauer.

Angesichts wiederholter Zusammenstöße zwischen Anhängern beider Fraktionen fürchten viele Palästinenser, dass ein von Präsident Abbas geplantes Referendum über eine Zwei-Staaten-Lösung im Nahen Osten weitere Gewalt auslösen könnte. Ungeachtet der scharfen Kritik der radikalen Hamas-Regierung treibt Abbas seine Pläne für eine Volksabstimmung weiter voran. Er werde das Referendum am Samstag per Dekret anordnen, sollte die Hamas nicht einlenken, sagte Abbas’ Sprecher Nabil Abu Rdainah am Mittwoch in Ramallah. Die Zwei-Staaten-Lösung impliziert die Anerkennung Israels, was die Hamas bisher kategorisch ausgeschlossen hat.

Unterdessen erschossen israelische Soldaten an der Grenze zwischen dem Gaza-Streifen und Israel einen palästinensischen Polizisten und zwei Zivilisten, wie Sanitäter berichteten. Die israelische Armee teilte mit, an dem Grenzübergang Karni sei das Feuer auf drei Männer eröffnet worden. Man habe sie verdächtigt, nach Israel eindringen zu wollen. Augenzeugen berichteten, die Armee habe mehr als einem geschossen und auch Artillerie eingesetzt.

DPA / DPA