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Es bewegt sich was: Saudi-Arabien erlaubt Frauen Zutritt zu Stadien - mit einer Einschränkung

Nächster Schritt für die angekündigte Revolution in Saudi-Arabien. Das strenggläubige Land erlaubt es Frauen, künftig Sportveranstaltungen zu besuchen. Der saudische Kronprinz versucht das Königreich auf einen gemäßigten Kurs zu bringen.

Frauen im Stadion in Saudi-Arabien

Premiere am 23. September 2017 in Saudi-Arabien: In der Hauptstadt Riad sitzen Frauen im Stadion.

Frauen in Saudi-Arabien dürfen künftig Sportereignisse im Stadion verfolgen, wenn sie mit ihrer Familie kommen. Bislang war ihnen das verboten. Die allgemeine Sportbehörde werde "die Hauptstadien in Riad, Dammam und Dschidda sanieren, um ab 2018 Familien empfangen zu können", sagte Behördenchef Turki al Ascheich laut dem Internetmagazin "Arab News" und anderer Medien. Hintergrund der Entscheidung sei, den saudischen Sportsektor zu stimulieren und zu unterstützen. Einmalig durften Frauen am vergangenen Nationalfeiertag Ende September auch schon einmal in Sportstadien.

Saudi-Arabien lockert die strengen Regeln

Das strenggläubige Königreich ist dabei, seine strikten Regeln für Frauen zu lockern. So hatte König Salman jüngst das Fahrverbot für Frauen aufgehoben. Sie sollen ab Juni kommenden Jahres am Steuer sitzen dürfen. Die Entscheidung wurde weltweit begrüßt. Die angekündigten Lockerungen der vielen Einschränkungen für Saudiaraberinnen sind Teil eines gigantischen Reformprojektes: Im Rahmen von "Vision 2030" will Riad seine Wirtschaft und Gesellschaft umfassend modernisieren.


Treibende Kraft hinter dem Projekt ist der 32-jährige Kronprinz Mohammed bin Salman. Er will die absolutistische Monarchie, in der mehr als die Hälfte der Einwohner jünger als 25 sind, auf die Zeit vorbereiten, in der die Öleinnahmen nicht mehr so fließen wie bisher. In dem wahhabitischen Königreich unterliegen Frauen zahlreichen Beschränkungen: Noch immer muss ein männlicher Vormund - meistens der Vater, Ehemann oder Bruder - erlauben, dass eine Frau etwa studieren oder reisen darf.

nik/DPA/AFP