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Schicksalswahl in Griechenland Notenbanken bereiten sich auf Euro-Ernstfall vor


Am Sonntag wählen die Griechen ein neues Parlament und entscheiden sich zwischen Gegnern und Befürwortern des Euro-Sparpakets. Der Wahlausgang ist ungewiss.

Europa schaut nervös auf Griechenland: Vor dem Hintergrund der schwersten Wirtschafts- und Finanzkrise in der Geschichte des Landes wählt Griechenland an diesem Sonntag innerhalb von sechs Wochen zum zweiten Mal ein neues Parlament. Angesichts einer drohenden Staatspleite stehen die knapp 9,7 Millionen Wahlberechtigten vor einer Richtungswahl. Letzte Umfragen sagen ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Befürwortern und Gegnern des Spar- und Reformkurses, den Konservativen und dem Bündnis der radikalen Linken, voraus.

Die Finanzmärkte waren vor der Wahl sehr nervös, weil sowohl der Wahlausgang als auch die Folgen für die Weltwirtschaft schwer einzuschätzen sind. Auch wenn es offiziell keine Bestätigungen gab, stehen Politik und Notenbanken wohl bereit, auf einen möglichen Absturz der Märkte schnell zu reagieren. Allerdings wollte die Europäische Zentralbank am Freitag Berichte nicht bestätigen, die wichtigsten Notenbanken der Welt planten ein gemeinsames Vorgehen im Falle von Marktturbulenzen. "Kein Kommentar", hieß es dazu knapp bei der EZB in Frankfurt.

Kopf-an-Kopf-Rennen erwartet

Das neu gewählte Parlament muss dann über Einsparungen in Höhe von knapp 11,5 Milliarden Euro entscheiden. Für die europäischen Geldgeber ist dies die Voraussetzung für weitere Unterstützung und den Verbleib Griechenlands im Euroland. Während Konservative und Sozialisten einen Spar- und Reformkurs mit Lockerungen unterstützen, wollen die radikalen Linken und Kommunisten das Sparpaket einseitig aufkündigen.

Zur Wahl treten 21 Parteien an. Acht davon haben gute Chancen, die Drei-Prozent-Hürde zu überspringen und ins Parlament einzuziehen, unter ihnen auch die rassistische, ausländerfeindliche und ultrarechte Partei Goldene Morgenröte. Wahlexperten erwarten am Sonntag eine lange Nacht, weil nach Umfragen mit einem Kopf-an-Kopf-Rennen zu rechnen ist und keine Partei allein eine Mehrheit im Parlament schaffen dürfte.

juho/DPA DPA

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