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Tschetschenien: Putin lässt abstimmen

Unter verschärften Sicherheitsvorkehrungen haben die Präsidentenwahlen in Tschetschenien begonnen.

Unter verschärften Sicherheitsvorkehrungen haben die Präsidentenwahlen in der vorwiegend von Moslems bewohnten, von Russland abtrünnigen Kaukasus-Republik Tschetschenien begonnen.

Der vom russischen Präsidenten Wladimir Putin favorisierte Kandidat Achmad Kadirow sagte nach seiner Stimmabgabe in einer Schule in seinem Geburtsort südlich der tschetschenischen Hauptstadt Grosny, er werde die Wahl gewinnen. „Es wird keine zweite Runde geben", sagte er. Viele Beobachter und russische Medien stellten unterdessen den Wert der Präsidentenwahl in Frage, da Kadirow nach dem Rückzug zweier Konkurrenten der einzig ernsthafte Bewerber um das Präsidentenamt ist.

Kadirow kündigte an, unmittelbar nach seiner Wahl alle kriminellen Handlungen in der Region untersuchen zu lassen. „Meine erste Amtshandlung wird ein Dekret zur Einberufung einer Kommission sein, die Ermittlungen wegen aller kriminellen Handlungen, die es in der tschetschenisch-inguschischen Republik gegeben hat, führen wird."

Die Wahl in Tschetschenien hatte der russische Präsident Putin nach einer Volksabstimmung im Frühjahr auf den 5. Oktober festgesetzt. Kadirow hatte im ersten Tschetschenien-Krieg 1994 bis 1996 noch an der Seite der Aufständischen für die Unabhängigkeit der Republik von Russland gekämpft. Nach seinem Seitenwechsel war er 2000 von Russland als Regierungs-Chef in Grosny eingesetzt worden.