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Wahlen in der Türkei Explosion bei Wahlveranstaltung soll Anschlag gewesen sein


Zwei Tote, mehr als 100 Verletzte: Kurz vor den Wahlen in der Türkei hat es auf einer Kundgebung der pro-kurdischen Oppositionspartei Explosionen gegeben. Experten gehen von einem Bombenanschlag aus.

Bei zwei Explosionen während einer Wahlkampfveranstaltung der Kurdenpartei HDP im Südosten der Türkei sind am Freitag zwei Menschen getötet worden. Sicherheitskreise gehen von einem Anschlag aus: Eine der beiden Explosionen sei durch eine Bombe ausgelöst worden, sagte ein Vertreter der Sicherheitsbehörden. Eine mit Kugellagern, Nägeln und anderen Metallteilen gefüllte Gasflasche sei detoniert. Bisher gebe es keine Verdächtigen.

Am Sonntag wird in der Türkei ein neues Parlament gewählt. Präsident Recep Tayyip Erdogan kündigte an, die Sicherheitsvorkehrungen für die Wahlen zu verschärfen.

Bei den Explosionen in Diyarbakir im kurdischen Osten des Landes waren mindestens 150 Menschen verletzt worden. Die Detonationen ereigneten sich im Abstand von fünf Minuten kurz vor einer Rede von HDP-Chef Selahattin Demirtas. Zunächst explodierte ein Mülleimer, danach kam es zu einer Detonation vor einem Transformator.

Gute Chancen für kurdische Partei

Die kurdische Volksdemokratische Partei (HDP) tritt erstmals bei einer Parlamentswahl an. Um in die Volksvertretung einzuziehen, muss die Partei die Zehn-Prozent-Hürde überwinden. Umfragen zufolge stehen die Chancen gut.

Schafft die HDP bei der Parlamentswahl am Sonntag den Sprung ins Parlament, stellt sie mindestens 60 Abgeordnete. Sie würde es damit für die regierende Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (AKP) von Präsident Recep Tayyip Erdogan schwierig machen, ihr Wahlziel von mindestens 330 Abgeordneten zu erreichen. Bleibt die HDP draußen, profitiert vor allem die AKP.

Auch zahlreiche nicht-kurdische Wähler könnten diesmal laut Umfragen die HDP wählen, um ihren Unmut mit der AKP-Regierung und ihre Ablehnung von Erdogans Plänen zur Stärkung des Präsidentenamts auszudrücken.

ono/kis/AFP/Reuters Reuters

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