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Unruhen in der Ukraine: Aktivisten räumen Justizministerium in Kiew

Die Demonstranten in der ukrainischen Hauptstadt Kiew haben das besetzte Justizministerium wieder freigegeben. Im Machtkampf mit Präsident Janukowitsch setzt die Opposition weiter auf Verhandlungen.

Nach wiederholten Appellen auch von Oppositionspolitiker Vitali Klitschko haben radikale Regierungsgegner in Kiew ihre Besetzung des Justizministeriums beendet. Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie Aktivisten der Bewegung Spilna sprawa (Gemeinsame Sache) am Montag das Gebäude im Stadtzentrum verließen. Die Behörde werde aber von außen blockiert, sagte ihr Anführer Alexander Daniljuk.

Die Demonstranten hatten das Ministerium am Sonntagabend gestürmt. Klitschko hatte die Regierungsgegner aufgefordert, "Provokationen" zu unterlassen. Justizministerin Jelena Lukasch hatte sogar mit der Verhängung des Ausnahmezustands in der Ex-Sowjetrepublik gedroht.

Die Opposition um Klitschko erklärte sich unterdessen offiziell zu weiteren Gesprächen mit der Führung um den prorussischen Präsidenten Viktor Janukowitsch bereit. Es gehe darum, weiteres Blutvergießen und eine Eskalation der Lage zu verhindern, teilten Klitschko sowie Ex-Parlamentspräsident Arseni Jazenjuk und Nationalistenführer Oleg Tjagnibok mit. Der zuletzt andauernde "Waffenstillstand" auf den Straßen zwischen den Sondereinheiten der Polizei und Regierungsgegnern zeige, dass ein Dialog grundsätzlich möglich sei.

Beobachter in Kiew deuteten die Erklärung als wichtiges Kompromissangebot der prowestlichen Opposition vor einer Sondersitzung des ukrainischen Parlaments an diesem Dienstag.

kis/DPA / DPA
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