Wahl in Sri Lanka Staatspräsident Rajapakse spricht von Sieg


Bei der Parlamentswahl in Sri Lanka zeichnet sich laut ersten Teilergebnissen ein Sieg des Regierungslagers von Präsident Mahinda Rajapaksa ab.

In Sri Lanka hat die Partei von Staatspräsident Mahinda Rajapakse den Sieg bei der Parlamentswahl für sich beansprucht. "Wir haben die Wahl gewonnen", sagte der Sprecher von Rajapakses Freiheitsallianz, Verkehrsminister Dullas Alaheperuma, am Freitag der Nachrichtenagentur AFP. Demnach erreichte die Präsidentenpartei gemäß den aus 22 Bezirken vorliegenden Ergebnissen 138 bis 142 der 225 zu vergebenden Mandate. Nach Auszählung von gut einem Fünftel der Stimmen komme die Allianz auf 62,1 Prozent, die Vereinigte National-Partei habe als stärkste Oppositionskraft 27,3 Prozent erhalten. Es war die erste Parlamentswahl, seitdem die Regierungstruppen im vergangenen Mai die tamilischen Rebellen im Nordosten des Landes besiegten.

Die Wahlbeteiligung lag nach den ersten Auszählungen bei 50 bis 55 Prozent. Dies wäre die niedrigste Wahlbeteiligung in der Geschichte Sri Lankas. Bislang war die niedrigste Wahlbeteiligung bei der Wahl von 1989 verzeichnet worden, die von zahlreichen politisch motivierten Morden an Politikern der singhalesischen Mehrheit und der tamilischen Minderheit überschattet war.

Insgesamt waren am Donnerstag 14 Millionen Bürger des Landes an die Urnen gerufen. Mehr als 7600 Kandidaten aus 36 Parteien und 310 Wählervereinigungen stellten sich der Abstimmung. Angesichts der Vielzahl von Oppositionsformationen galt der Sieg von Rajapakses Freiheitsallianz schon vor dem Wahlgang als sicher. Sollte die Regierungspartei eine Zwei-Drittel-Mehrheit erringen könnte Rajapakse die Verfassung ändern lassen und so die Möglichkeit für die Kandidatur zu einer dritten Amtszeit erhalten.

Rajapakse war Ende Januar mit knapp 58 Prozent der Stimmen als Präsident wiedergewählt worden, sein Rivale Sarath Fonseka erkannte das Ergebnis allerdings nicht an. Zwei Wochen später ließ Rajapakse den Ex-Armeechef, der im Mai nach dem Sieg über die tamilischen Rebellen noch als Nationalheld gefeiert worden war, wegen angeblicher Putschpläne festnehmen. Fonseka muss sich vor einem Militärgericht verantworten und kandidierte aus dem Gefängnis für die Demokratisch-Nationale Allianz.

AFP, APN

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