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Weather.com: Wetter-Portal reagiert auf Trump: "Warum ihr euch sehr wohl sorgen solltet"

Das Wetterportal Weather.com hat Donald Trumps Ausstieg aus dem Klimaschutzabkommen schockiert aufgenommen. Statt Berichten über das Wetter gab es auf der Webseite daher stundenlang bloß Horrorszenarien einer Welt ohne Klimaschutz.

Ein Screenshot der Webseite Weather.com

Ein Screenshot der Webseite Weather.com

Statt Wettervorhersagen macht die Webseite www.weather.com aktuell Klimavorhersagen: Das US-amerikanische Wetterportal hat Donald Trumps Ausstieg aus dem Klimaschutzabkommen mit Schrecken vernommen. Als Reaktion auf den radikalen Rückschritt des US-Präsidenten stellte weather.com seine komplette Seite um: keine Berichte über das Wetter in den USA und der Welt, sondern stundenlang bloß Horrorszenarien einer Welt ohne Klimaschutz.

Die gesamte Startseite war zugepflastert mit Szenarien, die nach aktuellen Erkenntnissen eintreten werden, wenn das Pariser Klimaabkommen nicht eingehalten wird. Statt der üblichen Meldungen über Hoch- und Tiefdruckgebiete gab es auf der Seite Artikel über schmelzende Pole und steigende Meeresspiegel.

"Beweise dafür, warum ihr euch sehr wohl sorgen solltet"

Kurz nachdem Trump die USA aus der Pariser Klimavereinbarung herausgerissen hatte, stellte weather.com einen Artikel über Trumps Ankündigung auf die Startseite und dazu sieben kecke Schlagzeilen. Etwa: "Es interessiert euch immer noch nicht? Beweise dafür, warum ihr euch sehr wohl sorgen solltet". Durch die englische Anrede im Original, die im Singular und Plural identisch ist, ist es sogar möglich, dass sich die Redakteure mit ihren Überschriften bewusst direkt an Trump wenden ("Still don't care? Profof you should"). Daneben weitere Artikel mit den Überschriften "... und mehr Beweise" und "Und noch mehr Beweise". Darunter Texte mit dem Titel "Der bevorstehende Einsturz von Eisbergen". "... oder die Antarktis, die grün wird ...", "... oder die Küste von Kalifornien, die im Meer verschwindet ...".

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Die Redakteure des Portals müssen diese Entscheidung Trumps bereits befürchtet und ihre Aktion seit Wochen vorbereitet haben. Denn die Artikel waren keine Scherze, wechselten mehrfach durch und enthielten stets solide Texte mit fundierten Informationen und Geschichten darüber, wie steigende Meeresspiegel und Salzwasser der Erde und dem Menschen zur Gefahr werden.

Weather.com-Redakteur Sean Breslin betonte auf Twitter, dass das Portal sich mit seiner Aktion nicht politisch äußern wolle, sondern sich bloß auf die wissenschaftlichen Fakten konzentriere. "Wir berichten über Wissenschaft, nicht Politik", schrieb er.


jen