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Interview: Blumenkohl im Kartoffelpüree: Wie Trumps Arzt den Präsidenten zum Abspecken bringen wollte

Ronny Jackson war Chefarzt im Weißen Haus und damit auch für Donald Trump zuständig. In einem Interview hat er verraten, wie er den US-Präsidenten dazu bringen wollte, fünf Kilo abzunehmen – und scheiterte.

Donald Trump und Ronny Jackson

Ronny Jackson (l.) und Donald Trump bei der "Tele-Sprechstunde" im US-Veteranenministerium - mit Veteranenminister David Shulkin (r.)

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Kindern Gemüse unterzujubeln ist relativ einfach, bei Erwachsenen wird das schon schwieriger – vor allem dann, wenn sie sich ohnehin am liebsten von Steaks und Burgern ernähren. Wie es etwa der US-Präsident zahllosen Zeugenberichten zufolge tut. Angesichts der Leibesfülle von Donald Trump aber sah sich dessen früherer Arzt dazu gezwungen, dem Patienten sanft gesündere Nahrung zuzuführen.

Donald Trump, Nancy Pelosi

In einem Interview mit der "New York Times" sagte Ronny Jackson, er habe "Blumenkohl im Kartoffelpüree versteckt" sowie versucht, Eis "weniger zugänglich" zu machen. Auch Fitnessgeräte hätten dabei helfen sollen, dass der Präsident fünf bis sieben Kilo abspeckt – was aber nicht gelungen sei. "Er hat nie so viel abgenommen, wie ich es wollte", so Jackson bedauernd. Denn, im Gegenteil, bei der letzten offiziellen Untersuchung 2019 hatte Trump sogar zwei Kilo zugenommen, was sein Gewicht in die Kategorie "fettleibig" bugsierte.

Donald Trumps "unglaublich gute Gene"

Ronny Jackson, als Militärarzt für das Weiße Haus zuständig, geriet vor zwei Jahren in die Schlagzeilen, nachdem er in ungewöhnlich begeisterten Worten den Gesundheitszustand Trumps gepriesen hatte. "Ich habe dem Präsidenten gesagt, wenn er sich in den letzten 20 Jahren gesünder ernährt hätte, könnte er 200 Jahre alt werden. Er hat unglaublich gute Gene", so Jackson damals nach einer Untersuchung des US-Präsidenten. Trump hatte ihm daraufhin angeboten, Chef des Veteranenministeriums zu werden. Während seines Anhörungsverfahrens wurden jedoch Vorwürfe gegen Jackson laut. So soll er betrunken im Dienst gewesen sein und verschreibungspflichtige Medikamente "wie Süßigkeiten" verteilt haben.

Mittlerweile versucht der ehemalige Arzt in der Politik Fuß zu fassen. Er kandidiert in Texas als Republikaner für den Kongress, in einem der konservativsten Bezirke in den USA. Jackson hofft nach eigener Aussage darauf, dass ihm seine Verbindungen zur Trump-Regierung helfen werden, sich unter 15 republikanischen Kandidaten durchsetzen zu können.

Quelle: "New York Times"

nik