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Abgeordnete: Linkspartei dementiert Abwerbeversuche durch SPD

Führende Politiker der Linkspartei haben Spekulationen über Abwerbeversuche durch die SPD eine klare Absage erteilt. Auch die Sozialdemokraten dementieren, Abgeordnete der Linken zum Übertritt ermuntert zu haben.

"Bei mir war niemand. Das ist eine Ente" - das waren die Worte, mit denen der Bundestagsabgeordnete Klaus Ernst zu Berichten der Zeitung "Die Welt" Stellung nahm. Der gesamten Linkspartei sei nach Aussage des Vorstandsmitglieds der mit der Linkspartei verbündeten Wahlalternative Arbeit und Soziale Gerechtigkeit (WASG) nichts über Abwerbeversuche durch die SPD bekannt.

"Die Welt" hatte über Spekulationen berichtet, nach denen SPD-Politiker Abgeordnete der Linkspartei, die Gewerkschafter und Mitglieder der WASG sind, zum Übertritt in die SPD bewegen sollen. Auf diese Weise könnte die SPD stärkste Fraktion mit dem Anspruch werden, in einer großen Koalition den Bundeskanzler zu stellen. In SPD-Kreisen war der Bericht als Unsinn bezeichnet worden. Der stellvertretende SPD-Fraktionschef Gernot Erler sprach Latrinenparolen.

Ernst, dessen Wort bei den Linken großes Gewicht hat, sagte, es gebe keinerlei Signale der SPD für Abwerbeversuche. Er schloss ein Zusammengehen der WASG mit der SPD aus. Zunächst müsse die SPD ihre Politik grundsätzlich ändern, ehe man an eine Zusammenarbeit denken könne. Das werde, wenn überhaupt, frühestens in mehreren Jahren der Fall sein. Die WASG war aus Protest gegen die Arbeitsmarktreformen von Bundeskanzler Gerhard Schröder von Gewerkschaftern und enttäuschten Sozialdemokraten gegründet worden.

Auch Linkspartei-Sprecher Hendrik Thalheim wies den "Welt"-Bericht zurück. "Mir ist nichts bekannt", sagte er. Zwölf der 54 Mitglieder der Bundestagsfraktion der Linkspartei gehören der WASG an und hatten auf Listen der umbenannten PDS kandidiert.

Reuters / Reuters
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