Atommülllager Asse Rätselhafte Fässer in einsturzgefährdeter Kammer


In einer einsturzgefährdeten Kammer des Atommülllagers Asse sind Behälter entdeckt worden, die unbekannte radioaktive Stoffe enthalten sollen. Zunächst wollen Experten jedoch den Teil des Lagers vor dem Einsturz bewahren und sich dann um die Behälter kümmern.

Im einsturzgefährdeten Teil des Atommülllagers Asse lagern auch bleiummantelte Behälter mit unbekannten radioaktiven Stoffen. Ein Sprecher des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) bestätigte am Dienstag in Hannover Angaben von Bürgerinitiativen, wonach in der Kammer 4 des ehemaligen Salzbergwerks zwischen Fässern mit schwach strahlenden Müll auch zehn bleiummantelte Sonderverpackungen deponiert wurden.

Man wolle die Kammer erst stabilisieren und dann mit Hilfe von Messungen dem Inhalt der Behälter nachgehen, sagte BfS-Sprecher Florian Emrich. Nach seinen Angaben hatte der alte Betreiber des Atommülllagers bei Wolfenbüttel im Dezember verlangt, die einsturzgefährdete Kammer mit Beton zu füllen. Die Messungen an den bleiummantelten Behältern solle im Innern der Kammer durchgeführt werden, sagte Emrich. Das Bundesamt ist erst seit Jahresanfang für das Bergwerk Asse zuständig.

Vertreter von Bürgerinitiativen warfen unterdessen dem Helmholtz-Zentrum vor, die Einsturzgefahr in der Einlagerungskammer zu dramatisieren. Dass Teile des Bergwerks auf mittlere Sicht einsturzgefährdet seien, wisse man seit langen, sagte Michael Fuder vom Asse-Koordinationskreis. Objektive Hinweise darauf, dass sich die Situation in der Einlagerungskammer 4 zugespitzt habe, gebe es nicht. Man habe die Bewegung in der Decke der Kammer lediglich mit einer genaueren Messtechnik untersucht.

Das Helmholtz Zentrum wolle "seit Jahren das Atommülllager so dicht machen, dass man nie mehr an den Atommüll herankommt", sagte Fuder. Deswegen habe es auch vor Weihnachten verlangt, den betroffenen Teil mit Beton zu füllen.

Die Bleiummantelung der zehn Sonderverpackungen in der Kammer weise auf einen besonders stark strahlen Inhalt hin. "Man muss Proben nehmen und klären, was in den Behältern ist", verlangte er. Listen über das radioaktive Inventar habe man vor 1971, als die Kammer gefüllt worden sei, noch nicht geführt.

AP AP

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