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Bahnhofbau in Stuttgart Polizei räumt Blockaden der S21-Gegner


Die Ruhe am Stuttgarter Bahnhof ist vorbei: Die Bahn hat die Arbeiten an der S-21-Baustelle wieder aufgenommen. Und auch die Gegner sind zurück. Die Polizei hat bereits erste Blockaden geräumt.

Mehr als zwei Monate lang war es relativ ruhig an Deutschlands umstrittendster Baustelle, jetzt geht es am Stuttgarter Bahnhof wieder zur Sache. Die Polizei hat am Dienstagmorgen eine Sitzblockade von Gegnern des Milliardenvorhabens Stuttgart 21 aufgelöst. Rund 100 Demonstranten seien nach und nach an der Südseite des Bahnhofs weggetragen worden, teilten die Einsatzkräfte mit.

Bei einer weiteren Blockade am Nordflügel versperrten rund 30 Demonstranten einem Lkw mit Baumaterial die Zufahrt zur Baustelle, bevor auch sie von der Polizei weggetragen wurden. Größere Auseinandersetzungen gab es zunächst nicht.

Zunächst keine unumkehrbaren Maßnahmen geplant

Am Dienstagmorgen hatte die Deutsche Bahn die Arbeiten an Stuttgart 21 wieder aufgenommen. "Es laufen die ersten Vorbereitungsarbeiten", sagte ein Konzernsprecher. Es handele sich um Arbeiten am Grundwassermanagement an der Südseite des Bahnhofs. Außerdem werde an einer Kellerdecke am Nordflügel gearbeitet. Dort ist ein unterirdisches Technikgebäude geplant.

Die Maßnahmen hätten vorbereitenden Charakter und würden sich an die Anweisung der Stuttgart-21-Schlichtung halten, erklärte der Sprecher. Unumkehrbare Maßnahmen soll es vor der Auswertung eines Stresstests zur Leistungsfähigkeit des geplanten Bahnhofs am 14. Juli nicht geben.

Aussetzung der Bauarbeiten abgelehnt

Die Bahn hatte die Wiederaufnahme der Arbeiten nach einem rund zweimonatigen Baustopp angekündigt, der dem Landtagswahlkampf und der Konstituierung der neuen grün-roten Landesregierung geschuldet war. Die von Grün-Rot gewünschte Aussetzung der Bauarbeiten bis zu einer Volksbefragung über das Projekt im Oktober hatte der Konzern wegen angeblicher Kosten in Höhe von 410 Millionen Euro abgelehnt. Die Landesregierung kritisierte diesen Betrag als intransparent und lehnte eine Beteiligung an den Kosten deshalb ab.

Bei dem heftig umstritten Projekt soll der Stuttgarter Sackbahnhof für 4,1 Milliarden Euro in eine unterirdische Durchgangsstation mit kilometerlangen Tunnelstrecken umgebaut werden. Ob der neue Bahnhof den Anforderungen auch in Spitzenzeiten genügt, soll ein Stresstest per Computersimulation ergeben, der voraussichtlich am 14. Juli vorgestellt wird.

mad/DPA/AFP DPA

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