HOME

Brandanschlag in Tröglitz: Die 40 Asylbewerber kommen trotzdem

Trotz des Brandanschlags will sollen weiterhin 40 Asylbewerber und Flüchtlinge in Tröglitz untergebracht werden. Hunderte Menschen demonstrierten spontan gegen Hass und Ausländerfeindlichkeit.

Götz Ulrich, Landrat des Burgenlandkreises (v.l.) mit dem zurückgetretenen Bürgermeister von Tröglitz, Markus Nierth (M.) und Innenminister Holger Stahlknecht (r.)

Götz Ulrich, Landrat des Burgenlandkreises (v.l.) mit dem zurückgetretenen Bürgermeister von Tröglitz, Markus Nierth (M.) und Innenminister Holger Stahlknecht (r.)

Auch nach dem Brandanschlag auf ein Haus in Tröglitz in Sachsen-Anhalt, in dem demnächst Flüchtlinge untergebracht werden sollten, will der örtliche Landrat an der Unterbringung von Flüchtlingen in der Kleinstadt festhalten. "Es bleibt dabei, Tröglitz bekommt 40 Asylbewerber", sagte der Landrat Götz Ulrich (CDU) dem Nachrichtenportal "Spiegel Online" am Samstag. "Wir dürfen jetzt nicht einknicken und zurückziehen." Für ihn sei klar, dass der Brand kein Anlass sein dürfe, von der dezentralen Unterbringung der Flüchtlinge abzuweichen.

Zur Frage, ob die Unterbringung von Asylbewerbern in der Kleinstadt nach dem Brandanschlag noch zumutbar sei, sagte Ulrich: "Tja, aus Sicht der Flüchtlinge ist das keine einfache Sache. Mein Eindruck ist aber, dass eine Mehrheit die Flüchtlinge wohlwollend sieht." Bei dem Brandanschlag war in der Nacht zu Samstag das Dachgeschoss eines Mehrfamilienhauses weitgehend ausgebrannt und das Gebäude schwer beschädigt worden.

Etwa 300 Menschen haben sich spontanen an einer Demonstration in dem Ort beteiligt. Zu der Aktion hatte der zurückgetretene ehrenamtliche Bürgermeister des Orts, Markus Nierth, aufgerufen. Redner aus Politik, von Vereinen und Kirchen warben für ein Zeichen gegen Hass und Ausgrenzung.

Ort, trauriger Berühmtheit

Tröglitz war Anfang März in die Schlagzeilen geraten, als Nierth zurücktrat, weil er sich von Rechtsextremen bedroht fühlte. Der ehrenamtliche und parteilose Bürgermeister klagte zudem, er fühle sich von den örtlichen Behörden alleingelassen, als eine NPD-geführte Demo gegen das Asylbewerberheim direkt vor seiner Haustür genehmigt worden war. Der Fall hatte bundesweit für Aufsehen und Empörung gesorgt.

ono/AFP/DPA / DPA