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Doktorarbeit angeblich in Teilen abgeschrieben: Ist Guttenberg ein Plagiator?

Der Bremer Juraprofessor Andreas Fischer-Lescano spricht von einem "dreisten Plagiat": Karl-Theodor zu Guttenberg soll Teile seiner Doktorarbeit abgeschrieben haben.

Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) muss sich gegen Vorwürfe wehren, er habe bei seiner Doktorarbeit getäuscht. Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" gibt es in Guttenbergs Doktorarbeit einige Passagen, die wörtlich mit Formulierungen anderer Autoren übereinstimmen, ohne dass er dies gekennzeichnet habe.

Die Dissertation sei an mehreren Stellen "ein dreistes Plagiat" und "eine Täuschung", zitiert das Blatt den Bremer Juraprofessor Andreas Fischer-Lescano, der die Parallelen dem Bericht zufolge bei einer Routineprüfung entdeckt hatte. Fischer-Lescano lehrt an der Universität Bremen Öffentliches Recht, Europa- und Völkerrecht.

Guttenberg bestreitet Vorwürfe

Guttenberg wehrt sich gegen Plagiats-Vorwürfe, schließt aber einzelne Fehler beim Zitieren nicht aus. "Der Vorwurf, meine Doktorarbeit sei ein Plagiat, ist abstrus", teilte der Verteidigungsminister in Berlin mit. "Ich bin gerne bereit zu prüfen, ob bei über 1200 Fußnoten und 475 Seiten vereinzelt Fußnoten nicht oder nicht korrekt gesetzt sein sollten und würde dies bei einer Neuauflage berücksichtigen", führte er aus. An der Arbeit der Dissertation habe niemand mitgewirkt. "Die Anfertigung dieser Arbeit war meine eigene Leistung."

Zuvor hatte bereits ein Sprecher des Verteidigungsministers die Vorwürfe zurückgewiesen. Sie sei "bereits an den Ombudsman für wissenschaftliche Selbstkontrolle der Universität Bayreuth übermittelt." Das sei dafür auch die richtige Stelle. "Dem Ergebnis der jetzt dort erfolgenden Prüfung wird mit großer Gelassenheit entgegengesehen. Die Arbeit wurde nach bestem Wissen und Gewissen angefertigt."

Ombudsman prüft die Arbeit

Laut "Süddeutscher Zeitung" prüft der zuständige Ombudsmann Diethelm Klippel in Bayreuth die Vorwürfe. Die Stellen, an denen sich ohne Nachweis wortgleiche Parallelen mit fremden Texten fänden, umfassten nach den vorliegenden Originalquellen insgesamt mehrere Seiten, heißt es in dem Bericht. "Die Textduplikate ziehen sich durch die gesamte Arbeit und durch alle inhaltlichen Teile", sagte Fischer-Lescano.

Guttenberg hatte seine Doktorarbeit 2006 an der juristischen Fakultät in Bayreuth abgegeben. 2007 wurde er dann mit der Bestnote summa cum laude zum Dr. jur. promoviert.

dho/DPA / DPA