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Protokoll

G20-Gipfel: Berliner Polizei stoppt Reisebusse aus Hamburg

Der G20-Gipfel ist vorbei. Die Hamburger haben ihr Schanzenviertel gemeinsam aufgeräumt. Bürgermeister Olaf Scholz weist jede Verantwortung für die Gewalt von sich. Die politische Aufarbeitung ist damit längst nicht beendet. Der Tag nach G20 zum Nachlesen.

Polizisten kontrollieren an der Raststätte Stolper Heide Reisebusse

Polizisten kontrollieren an der Raststätte Stolper Heide Reisebusse

Nach dem Ende des G20-Gipfels kommt Hamburg langsam zur Ruhe. Nun beginnt die Aufarbeitung. Trotz langer Vorbereitungen sind die Sicherheitsbehörden von der Brutalität der Proteste überrascht worden. Man habe es "mit skrupellosen Gewaltakten von Kriminellen" zu tun gehabt, "die wir in dieser konkreten Form nicht an jeder Stelle vorhergesehen haben. Und die - glaube ich - auch niemand vorhersehen konnte", sagte Innensenator Andy Grote in einer Bilanz.

Hamburgs Regierungschef Olaf Scholz räumte ein, dass es nicht gelungen sei, so für die Sicherheit zu sorgen, wie man sich das vorgestellt habe. Die Verantwortung dafür will er allerdings nicht übernehmen. rufe nach seinem Rücktritt werden laut.

In unserem Liveblog können Sie die Ereignisse von Tag 1 nach G20 nachlesen.

Der Tag nach G20 im Liveblog

  • Marc Drewello
    • Marc Drewello

    Vier Tage Liveberichterstattung des stern rund um den G20-Gipfel in Hamburg gehen zu Ende. Unser Team aus Reportern, Autoren, Fotografen, Video- und Social-Media-Spezialisten bedankt sich für die Aufmerksamkeit, die Sie uns während der teilweise sehr dramatischen Ereignisse geschenkt haben. Wir hoffen, Sie fühlten sich schnell, umfassend und kompetent informiert und wünschen Ihnen allen eine gute Nacht.

  • Marc Drewello
    • Marc Drewello

    Wie wir bereits berichtet haben, hat die Berliner Polizei am Nachmittag auf dem Rasthof Stolper Heide Reisebusse gestoppt und Passagiere überprüft, die sich auf der Rückreise von Hamburg nach Berlin befanden. Dem stern liegt jetzt ein Video der Polizeikontrolle vor. Die Aufnahmen wurden uns von einem Fahrgast zugespielt, der nach eigener Aussage Aktivist des linken Internationalistischen Blocks ist. Das Video zeigt, wie ein Beamter offenbar einem Wortführer der Businsassen erklärt, worum es bei der Polizeiaktion geht. Der genaue Wortlaut des Gesprächs ist nur schwer zu verstehen. Laut den verständlichen Passagen teilt der Polizist dem Passagier mit, dass die Businsassen für die Berliner Polizei einen Zeugenstatus hätten und die Einsatzkräfte deshalb von allen Insassen die Identitäten festellen würden. Der Passagier verlangt, einen Anwalt zu sprechen. Das Gespräch verläuft in ruhigem, freundlichem Ton.

  • Marc Drewello
    • Marc Drewello

    Danke!

  • Marc Drewello
    • Marc Drewello

    Hamburgs Polizeipräsident Ralf Martin Meyer veröffentlicht ein Angebot an alle, die wegen der G20-Krawalle persönlichen oder materiellen Schaden erlitten haben

  • Marc Drewello
    • Marc Drewello

    Die Polizei hat am Nachmittag auf dem Rasthof Stolper Heide an der A111 kurz vor Berlin Reisebusse gestoppt. Dabei seien Passagiere überprüft worden, die sich auf der Rückreise von Hamburg nach Berlin befunden hätten, sagte ein Sprecher der Berliner Polizei auf Nachfrage des stern. Die Aktion sei mittlerweile beendet. Weitere Details teilte der Sprecher nicht mit. Die "Berliner Morgenpost" berichtet ebenfalls unter Berufung auf einen Polizeisprecher, dass die Kontrollen heimkehrenden Teilnehmern der G20-Demos gegolten hätten. Hintergrund seien Ermittlungen wegen des Verdachts auf versuchte Tötung. Der grüne Bundestagsabgeordnete Hans-Christian Ströbele twitterte, er und seine Abgeordnetenkollegin Canan Bayram hätten wegen der Polizeiaktion Anrufe erhalten.

  • Marc Drewello
    • Marc Drewello

    Die Inhaberin einer Boutique im Schanzenviertel teilt Bürgermeister Olaf Scholz ziemlich deutlich mit, wer ihrer Meinung nach für die Verwüstung ihres Viertels die Verantwortung trägt:

  • Marc Drewello
    • Marc Drewello

    Ja, ist den bei dem schönen Wetter niemand am Elbstrand? Ein "Bild"-Reporter meldet eine "Völkerwanderung" aus Schaulustigen und Helfern im Schanzenviertel.

  • Marc Drewello
    • Marc Drewello

    Die Bundespolizei veröffentlicht Fotos von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier mit verletzten Polizisten im Bundeswehr-Krankenhaus.

  • Marc Drewello
    • Marc Drewello

    Ein Motorradunfall hat gestern die Fahrt von Donald Trumps "Beast" zum Helmut-Schmidt-Flughafen unterbrochen. Das zeigt ein von der "Hamburger Morgenpost" veröffentlichtes Video. Der Präsident saß allerdings nicht in seiner gepanzerten Limousine. Er flog mit dem Hubschrauber nach Fuhlsbüttel.

  • Marc Drewello
    • Marc Drewello

    Der sogenannte "G20-Ermittlungsausschuss Hamburg" vermittelt nach eigenen Angaben Demonstranten, die Festgenommen werden, anwaltliche Unterstützung. Auf Twitter warnt das Legal Team der EA vor polizeilichen Kontrollen des Abreiseverkehrs und fordert auf: "Lasst belastenden Kram z.B. Bekleidung hier!" Ende der Berichterstattung.
    Kommentar: Fragen die ich mir beim Lesen des Tweets stelle: Wenn jemand "Kram" hat, der ihn belastet, muss er dann nicht auch eine rechtswidrige Tat begangen haben, derer ihn dieser Kram überführen würde? Und ist dieser "Kram" dann nicht Beweismittel? Und ist der Aufruf, Beweismittel verschwinden zu lassen, nicht eine Form von Strafvereitelung?

  • Marc Drewello
    • Marc Drewello

    SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz fordert nach den G20-Krawallen einen besseren Datenaustausch in Europa über extremistische Gewalttäter. "Wir haben eine neue Qualität der Gewalt erlebt, auf die wir mit neuen Instrumenten antworten müssen", sagt der SPD-Chef der Deutsche Presse-Agentur. "Hamburg hat gezeigt: Die Mordbrenner agieren längst grenzüberschreitend", Der Rechtsstaat müsse auf die Eskalation der Gewalt in Hamburg mit Härte reagieren - und mit europäischer Kooperation.

  • Marc Drewello
    • Marc Drewello

    Im Zentrum Hamburgs sind noch immer viele Straßen nahezu autofrei. Ein ungewohnter Genuss für viele Radfahrer.

  • Marc Drewello
    • Marc Drewello

    "Ganz Hamburg hasst die Polizei", skandierten die Autonomen immer wieder während der Krawalle. Hier noch ein Beweis für das Gegenteil, entdeckt auf dem Weg in die Redaktion:

  • Ellen Ivits
    • Ellen Ivits

    Die Hamburger CDU-Fraktion fordert den Rücktritt von Scholz. Er müsse die Verantwortung für die Ereignisse der vergangenen Tage übernehmen, sagte Hamburgs CDU-Oppositionschef André Trepoll. Scholz sei bislang nicht in der Lage, eigene Fehler einzuräumen. Er habe der Bevölkerung falsche Sicherheitsversprechen gegeben.

  • Ellen Ivits
    • Ellen Ivits

    Unterdessen meldet sich wieder Trump über Twitter. Er hält die Zeit für gekommen, die Diskussion über russische Wahlbeeinflussung hinter sich zu lassen. Man müsse sich jetzt "nach vorn bewegen" und "konstruktiv" mit Russland zusammenarbeiten.