GESPRÄCH Landwirte im Norden die großen Verlierer


Die Landwirte in Schleswig-Holstein sind nach Einschätzung des Bauernverbandspräsidenten Otto-Dietrich Steensen von den Folgen der BSE-Krise besonders stark betroffen. »Die schleswig-holsteinischen Bauern sind die ganz großen Verlierer, weil vom Land keine Hilfe kommt«, sagte Steensen in einem dpa-Gespräch. Das gelte besonders für die reinen Rindermäster. »Viele hören auf.« Als positiv wertete Steensen ein Jahr nach Entdeckung des ersten BSE- Falles, dass bei einem Fall von Rinderwahnsinn nicht mehr die ganze Herde getötet wird, sondern nur die betroffene Kohorte.

»Insgesamt überwiegen aber die Schmerzen der Folgekosten«, sagte der Bauernpräsident und verwies auf den Preisverfall. »Pro Schlachtrind fehlen 400 bis 450 Mark; bei Altkühen 500 Mark.« Nur »edle Teile« wie Filet ließen sich gut verkaufen und seien im Laden zum Teil teurer als vor der BSE-Krise. An deren Folgen hätten die Weidemäster, deren Art der Tierhaltung von vielen Politikern besonders propagiert werde, am meisten zu leiden. »Diese Tiere nimmt keiner, wenn sie verkauft werden sollen.« Erstmals könnten auch Grünlandflächen nicht verpachtet werden.

Unverändert kritisch verfolgt Steensen den Umgang von Politikern mit der BSE-Problematik: Die Verbraucher seien mit »Falschinformationen« verunsichert worden. »Wir halten die Tiere genauso wie vorher«, sagte der Bauernverbandspräsident. Dringend notwendig ist es aus seiner Sicht, die genaue Ursache für BSE zu erforschen.


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