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Grundschul-Studie: Jungen werden häufig benachteiligt

Bei einer Untersuchung der Lesefähigkeit von Viertklässlern ist festgestellt worden, dass Mädchen oft bessere Noten als Jungen bekommen. Ungerechterweise häufig bei gleicher Leistung.

Mädchen sind schon in der Grundschule besser in Deutsch, dafür haben die Jungen in Mathematik die Nase vorn. Was wie ein klassisches Vorurteil klingt, wurde in der dritten Runde der "Internationalen Grundschul-Lese-Untersuchung" (Iglu) bestätigt. Laut des wissenschaftlichen Leiters der Studie, Wilfried Bos, würden Mädchen deutlich mehr Zeit dafür darauf verwenden, zu ihrem Vergnügen zu lesen. An der Internationalen Grundschul-Lese-Untersuchung wurden 7600 Viertklässler befragt.

Jungen lesen im Gegensatz zu Mädchen deutlich lieber Comics, Gebrauchsanleitungen oder Untertitel auf dem Fernseher. Mädchen bevorzugen dagegen Geschichten, Erklärbücher oder Zeitschriften. Zeitungen lesen beide gleich häufig.

Darüber hinaus bekommen Jungen bei gleicher Leistung gerade in Deutsch aber auch in Sachkunde oft schlechtere Noten als Mädchen. Ursache für die besseren Noten der Mädchen sei möglicherweise deren Wohlverhalten und Angepasstheit. Mädchen seien zudem zufriedener mit ihrer Schule. So hätten 45 Prozent befragten Schülerinnen angegeben, dass sie sehr gern in der Schule seien. Bei den 3800 Jungen waren es nur 32 Prozent. Beim Iglu-Nationen-Ranking, das 2003 veröffentlicht worden war, hatte Deutschland bei der Lesekompetenz den elften Platz belegt. Deutsche Grundschüler seien damit "durchaus auf Augenhöhe mit Kindern aus anderen europäischen Ländern", so Bos.

DPA/AP / AP / DPA