HOME

Hessen: Flüchtlingsunterkunft mit Schweineabfällen beschmutzt

Wieder ein Anschlag auf ein Asylbewerberheim: Eine geplante Flüchtlingsunterkunft im hessischen Mengerskirchen ist mit Schweineköpfen und Innereien beschmutzt worden. Die Täter schmierten deutliche Worte an die Fassade. 

(Symbolbild) Ein Schild weist in Berlin Köpenick auf eine Wohnanlage hin, die eine Flüchtlingsunterkunft werden soll

(Symbolbild) Ein Schild weist in Berlin Köpenick auf eine Wohnanlage hin, die eine Flüchtlingsunterkunft werden soll

Mit Schweineköpfen, Innereien und anderen Schmierereien ist eine geplante Flüchtlingsunterkunft in Hessen beschmutzt worden. Die Polizei schließt einen fremdenfeindlichen Hintergrund der Tat in Mengerskirchen im Kreis Limburg-Weilburg nicht aus. Staatsschutz und Staatsanwaltschaft ermitteln. Am Donnerstag gab es noch keine heiße Spur zu den Tätern, wie die Ermittler sagten.

In das Haus sollen nach Angaben von Bürgermeister Thomas Scholz (CDU) Mitte Juli 15 Flüchtlinge einziehen. In der 5700-Einwohner-Gemeinde gibt es bereits fünf Unterkünfte, in denen derzeit 120 Menschen leben. Scholz verurteilte die "feige" Tat. In der Gemeinde herrsche eigentlich eine "hohe Willkommenskultur".

Auf dem Weg vor dem Hauseingang hatten die Täter zwei Schweineköpfe abgelegt, wie ein Polizeisprecher sagte. Um das Haus herum seien Schweineschwänze und Innereien verteilt worden. Auf der Fassade und einem Fenster wurden drei Schriftzüge in roter Farbe entdeckt - unter anderem mit den Worten "Go home" ("geht heim"). Im Islam und im Judentum gilt Schweinefleisch als unrein.

Der Anschlag war bereits in der Nacht vom vergangenen Dienstag auf Mittwoch verübt worden. Durch eine Panne bei der Polizei wurde nach Angaben eines Sprechers zunächst aber nur ein kleiner Kreis regionaler Medien über die Tat informiert.

Die Tat reiht sich ein in eine Serie von Anschlägen auf Flüchtlingsunterkünfte. 2015 werden die Angriffe einen Höchststand erreichen: Das Innenministerium hat seit Januar schon 175 Straftaten gegen Asylbewerberunterkünfte registriert. Im gesamten Vorjahr hatte es bundesweit 198 solche Attacken gegeben.