Kirchentag Dalai Lama Superstar


Vor rund 20.000 zumeist jungen Menschen gab der Dalai Lama in der Berliner Waldbühne Tipps für ein erfülltes Leben und wurde dabei fast wie einen Popstar gefeiert.

Der Dalai Lama hat den Teilnehmern des ersten ökumenischen Kirchentages in Berlin am Freitag eine Lektion im Glücklichsein erteilt. Vor knapp 20.000 vor allem jungen Menschen gab er in der Waldbühne Tipps für ein erfülltes Leben. «Ich kann eure Gesichter zwar nicht alle genau erkennen. Aber ich glaube, ihr tragt alle ein Lächeln auf euren Gesichtern. Und das macht mich glücklich», sagte er zum Publikum, das ihn fast wie einen Popstar empfangen hatte.

"Einfach cool"

«Den Dalai Lama finde ich einfach cool. Vielleicht gibt er mir noch Anregungen für mein religiöses Leben», kommentierte der 15- jährige Tobias Vogel aus Duisburg den Auftritt. Jede Bewegungung des religiösen und weltlichen Oberhaupts der Tibeter wurde mit größter Aufmerksamkeit verfolgt, selbst wenn er sich nur ein Glas Saft einschenke. Heiter, ein bisschen heiser und immer zu Scherzen aufgelegt hielt er seinen Vortrag in englischer und in seiner Heimatsprache gänzlich ohne Redemanuskript.

Wichtigstes Ziel: Das Streben nach Glücklichsein

Gerne nahm er auch ein T-Shirt mit der Aufschrift «Jesus liebt dich» an, das ihm aus dem Publikum aufs Podium geworfen wurde. «Trotz aller äußerlicher Verschiedenheit gibt es keine Unterschiede zwischen den Menschen», sagte er. «Das wichtigste Ziel in unserem Leben ist das Streben nach dem Glücklichsein», stellte der Friedensnobelpreisträger fest: «Die geistige Ebene ist dominanter als die körperliche Ebene. Geistiges Glück und Leiden werden stark von unserer inneren Einstellung beeinflusst. So kann dieselbe Situation mit einer unterschiedlichen geistigen Einstellung ganz unterschiedlich erfahren werden.»

«Es gibt keine Garantie für die Zukunft, deshalb folgen wir dem Prinzip Hoffnung», gab der buddhistische Geistliche, dessen Name «Ozean der Weisheit» bedeutet, seinen Zuhörern mit auf den Weg. Und mit seiner aufgeschlossenen Art nahm er die Menschen für sich ein: «Für mich ist der Dalai Lama zur Zeit die Gestalt, die am offensten ist, und die am wirkungsvollsten für die gemeinsame Sache arbeitet - den Frieden und das ökologische Gleichgewicht», sagte Angela Wieschhoff (60), evangelische Lehrerin aus Bergisch-Gladbach.

DPA

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