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Mehr als 10.000 Abgeschobene: Deutschland geht härter gegen Asylbewerber vor

Asylbewerber und Migranten haben in Deutschland wieder einen deutlich schwereren Stand. So wurden 2013 so viele ausgewiesen wie zuletzt 2006. Besonders betroffen: Bewerber aus den Balkanländern.

Aus Deutschland werden einem Zeitungsbericht zufolge wieder mehr abgelehnte Asylbewerber und Migranten abgeschoben. Im vergangenen Jahr seien es fast 10.200 Menschen gewesen - ein deutlicher Anstieg im Vergleich zu den gut 7600 Abgeschobenen im Jahr zuvor, schreibt die "Süddeutsche Zeitung".

Dies gehe aus einer Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage der Linksfraktion hervor. Damit hätten 2013 so viele Menschen zwangweise das Land verlassen müssen wie seit 2006 nicht mehr. Damals wurden fast 14.000 Migranten abgeschoben. Laut Innenministerium hätten vor allem Serben und Mazedonier in ihr Heimatland zurückkehren müssen, gefolgt von Kosovaren, Türken und Russen.

Erst kürzlich hatte die Bundesregierung angekündigt, strenger gegen Bewerber aus den Balkanstaaten vorgehen zu wollen. So plant das Bundesinnenministerium Albanien, Bosnien, Mazedonien, Montenegro und Serbien künftig als "sichere Herkunftsstaaten" einstufen. Dies würde es erleichtern, Asylanträge von Bürgern dieser Länder zurückzuweisen. Im Koalitionsvertrag ist jedoch lediglich vereinbart, Bosnien, Mazedonien und Serbien als "sichere Herkunftsstaaten" einzustufen. Die Erhöhung von drei auf fünf Länder hat in der großen Koalition für Streit gesorgt - die SPD sprach von einem Bruch des Koalitionsvertrags.

she/DPA/Reuters / DPA / Reuters