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Simbabwe: Keine deutschen Geldscheine für Mugabe

Ein deutscher Hersteller von Banknoten wird Simbabwe ab sofort nicht mehr mit Geldscheinen beliefern. Dabei sind Geldscheine in dem Land besonders wichtig: Simbabwe hat eine der weltweit höchsten Inflationen. Und Staatspräsident Robert Mugabe braucht den Nachschub dringend.

Der Banknotenhersteller Giesecke und Devrient hat die Lieferung von Geldscheinpapier an die Zentralbank von Simbabwe mit sofortiger Wirkung eingestellt. Dies teilte der Münchner Konzern mit. Das Unternehmen reagiere damit auf eine entsprechende Forderung der Bundesregierung und internationale Sanktionsinitiativen seitens der Europäischen Union und der Vereinten Nationen, hieß es in einer Mitteilung.

So hatte Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) in der vergangenen Woche gefordert, die Belieferung Simbabwes einzustellen. "Unsere Entscheidung trägt der sich entgegen unserer Erwartung nicht verbessernden, sondern deutlich verschärfenden politischen Situation in Simbabwe Rechnung und berücksichtigt deren kritische Bewertung durch die internationale Staatengemeinschaft, die Bundesregierung und die allgemeine Öffentlichkeit" erklärte der Vorsitzende der Geschäftsführung, Karsten Ottenberg.

Das Unternehmen vertraue auf die politische und moralische Bewertung der für Handelsbeziehungen zuständigen internationalen Organisationen. Banknoten sind in Simbabwe besonders wichtig: Das südafrikanische Land hat weltweit die höchste Inflationsrate. Offiziell liegt sie bei über 100.000 Prozent, inoffiziellen Schätzungen zufolge hat sie längst die Millionengrenze überschritten. Machthaber Mugabe hielt sich bislang mit der Druckerpresse an der Macht - das könnte ohne Nachschub für frische Banknoten schwieriger werden.

AP / AP