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Tattoos, Nagellack und Piercing Wie die Bundeswehr Körperschmuck reglementiert


Piercing, Branding, Tätowierung - ein neuer Diensterlass der Bundeswehr schreibt Erscheinungsbild und Ausmaß von Körperschmuck vor. Auch Körperbehaarung und Make-up werden offiziell geregelt.

Nasenring beim Obergefreiten? Undenkbar! Zwar geht die Bundeswehr auf aktuelle Modetrends unter jungen Leuten ein, doch zu bunt dürfen es die Soldaten nicht treiben. In einer ab 1. Februar geltenden Zentralen Dienstvorschrift regelt die Truppe den Umgang mit Tätowierungen, Piercings, Brandings und anderen Formen von Körperschmuck. Kernaussage des Dokuments: Soldatinnen und Soldaten dürfen modisch mit der Zeit gehen, müssen dabei aber sehr dezent sein. Nasenringe und Irokesenschnitte bleiben also tabu.

Piercings nur unsichtbar

So müssen Piercings abgenommen werden, wenn sie beim Tragen einer Uniform sichtbar sind. Ist das Ablegen "aufgrund einer Verbindung mit dem Körper" - wie zum Beispiel bei Tätowierungen - nicht möglich, müssen entsprechende Körperstellen "in geeigneter und dezenter Weise" abgedeckt werden.

Die bei jungen Leuten beliebten großen Ohrlöcher - "Tunnel" oder "Plugs" genannt - sind nur dann zulässig, wenn sie maximal die Größe einer Ein-Cent-Münze haben und unter einer hautfarbenen Abdeckung verborgen werden. Tätowierungen dürfen "keine diskriminierenden oder pornografischen Motive" haben oder Inhalte vorweisen, die im Widerspruch zum Grundgesetz stehen.

Der Irokese bleibt tabu

Der Diensterlass trägt den Titel "Das äußere Erscheinungsbild der Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr". Er ersetzt eine ältere Regelung, die sich auf die Haar- und Barttracht der Soldaten beschränkte, dabei aber neue Phänomene wie Tätowierungen und Piercings außer Acht ließ.

Bei den Regeln zur Körperbehaarung bleibt alles beim Alten: Soldaten müssen kurze Haare tragen, ihre Bärte müssen "gepflegt und gestutzt" sein. Soldatinnen dürfen lange Haare tragen, sofern sie die Augen nicht bedecken. Sie müssen zum Zopf gebunden oder hochgesteckt werden. Extravagante Formen der Haartracht wie etwa Irokesenschnitte bleiben verboten.

Nagellack - bitte ohne Glitzer

Ein eigener Abschnitt der Dienstvorschrift regelt die Gestaltung der Fingernägel. Farbiger Nagellack bleibt tabu, allenfalls Klarlack ist erlaubt. Sonstige Verzierungen sind verboten - Soldatinnen werden die Waffe also auch künftig nicht mit Glitzersteinchen am Fingernagel bedienen dürfen. Schminke wie etwa Lippenstift oder Make-up ist "nur in dezenter und natürlich wirkender Form und Farbgebung gestattet".

Regenschirme nur einfarbig

Dass die Bundeswehr überhaupt Regeln für das Aussehen der Soldaten erlässt, begründet sie mit deren Rolle als "Repräsentanten des Staates": Sie bestimmten "durch ihr Auftreten in Uniform und ihr korrektes Aussehen das Bild der Bundeswehr". Die neuen Regeln betreffen sogar das Tragen von Regenschirmen. Anders als bislang sind Schirme künftig zur Uniform erlaubt - allerdings nur, wenn sie "einfarbig schwarz, schlicht gestaltet und unbedruckt" seien.

yps/AFP AFP

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