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Wirtschafts-Studie: Große Koalition würde Konjunktur ankurbeln

Entgegen vieler Befürchtungen glaubt das Institut der Deutschen Wirtschaft nicht daran, dass eine große Koalition zwingend wirtschaftlichen Stillstand bedeuten würde. Ein anderes Bündnis wäre dem Institut allerdings lieber.

Eine große Koalition zwischen Union und SPD würde nach Einschätzung des Kölner Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) die Konjunktur in Deutschland beleben. In einer Studie im Auftrag des Wirtschaftsmagazins "Capital" prognostiziert das arbeitgebernahe Institut für die kommende Legislaturperiode unter Schwarz-Rot ein Wirtschaftswachstum von 1,5 Prozent pro Jahr - nach nur 0,5 Prozent in den Jahren 2001 bis 2005. Außerdem würden bis 2009 mehr als eine halbe Million Arbeitsplätze neu entstehen.

"Eine große Koalition bedeutet keinen Stillstand. Die Wirtschaft würde in den kommenden Jahren besser laufen als unter der alten Bundesregierung", sagte IW-Direktor Michael Hüther dem Magazin. Allerdings bliebe Schwarz-Rot deutlich hinter den Möglichkeiten zurück, die eine aus Sicht des IW optimale Reformpolitik böte.

Das 44-seitige Gutachten des IW sieht gute Chancen, dass Schwarz-Rot bei der Konsolidierung des Haushalts vorankommt. "Die große Koalition dürfte schon 2006 das Staatsdefizit auf die Maastricht-Marke von drei Prozent drücken", sagte Hüther. Das IW gehe außerdem davon aus, dass Schwarz-Rot eine Reform der Unternehmenssteuer und die Neuordnung der Bund-Länder-Beziehungen durchsetzt.

Am Arbeitsmarkt würden zwar viele grundlegende Reformen, etwa bei betrieblichen Bündnissen, am Widerstand der SPD scheitern, hieß es weiter. Doch auch hier gingen von einer großen Koalition positive Signale aus, etwa durch eine Ausweitung des Optionsrechts für Kommunen bei der Betreuung von Langzeitarbeitslosen. Zudem könnten Einsparungen bei der Bundesagentur für Arbeit dazu führen, dass der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung um einen Prozentpunkt sinkt.

DPA / DPA