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Guantánamo-Häftlinge: Jeder Zweite für Aufnahme

Die Aufnahme von Guantánamo-Häftlingen stößt in Deutschland auf ein geteiltes Echo. 49 Prozent der Befragten sind dafür, Insassen aus dem US-Straflager aufzunehmen, wenn diese offensichtlich unschuldig sind. Fast ebenso viel sprechen sich allerdings dagegen aus.

Ein Großteil der Bundesbürger ist dafür, dass Deutschland Gefangene aus dem US-Straflager Guantánamo aufnimmt, wenn diese offensichtlich unschuldig sind. In einer Umfrage des stern sagte dies mit 49 Prozent fast jeder Zweite. 44 Prozent sprachen sich dagegen aus. Befürwortet wird eine Aufnahme von Häftlingen besonders von Anhängern der Grünen (72 Prozent) und der SPD (64 Prozent). Bei den Wählern der Linken ist gut die Hälfte dafür (51 Prozent). Am geringsten ist die Zustimmung bei Anhängern der FDP (48 Prozent) und der Union (42 Prozent).

Der neue US-Präsident Barack Obama hat die Schließung des weltweit kritisierten Lagers verfügt. Viele Gefangene können jedoch nicht in ihre Heimat zurückkehren, weil sie dort verfolgt werden. Die über eine mögliche Häftlings-Aufnahme zerstrittenen Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) und Innenminister Wolfgang Schäuble (CDU) wollen sich noch in dieser Woche zu einem Spitzengespräch zu dem Thema treffen.

Datenbasis: 1000 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger am 15. und 16. Januar 2009. Statistische Fehlertoleranz: +/- 3 Prozentpunkte, Auftraggeber: stern. Quelle: Forsa-Institut, Berlin.

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