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Brasilien: Wegen leerer Strände: Fast 100 vom Aussterben bedrohte Schildkrötenbabys geschlüpft

Ein bisschen was Gutes müssen die Ausgangssperren weltweit doch haben: In Brasilien schlüpften nun 97 Jungtiere der vom Aussterben bedrohten Art der Echten Karettschildkröte.

Verschmutzung des Meeres führt zu Schildkrötensterben

Wenn die Meeresschildkrötenbabys geboren werden, stehen sie von Anfang an vor einer schwierigen Aufgabe. Da das Muttertier die Eier am Strand legt, müssen sie zunächst einmal den körnigen Weg ins Wasser zurücklegen und sind dabei nicht nur zahlreichen Vögeln, sondern auch unaufmerksamen Strandspaziergängern, deren Hunden und zahlreichen anderen Gefahren ausgesetzt.

Dadurch, dass auch in Brasilien derzeit umfangreiche Ausgangssperren gelten, wurden zumindest am Strand der Stadt Paulista ein paar dieser Gefahren ausgeräumt – zum Vorteil für die vom Aussterben bedrohte Art der Echten Karettschildkröten.

97 Schildkrötenbabys brachten den Weg über den Strand hinter sich

Laut Medienberichten verkündete das Rathaus von Paulista, dass am 22. März fast 100 Jungtiere weitestgehend ungestört den Weg vom Strand ins Wasser hinter sich bringen konnten. Seit dem 21. März gilt in der Großsstadt im Osten Brasiliens eine teilweise Ausgangssperre, die auch für die Strände der Stadt gilt.

Gegenüber der britischen Zeitung "The Guardian", sagte der Gouverneur des Bundesstaates Pernambuco, Paulo Câmara, die Maßnahmen seien unbedingt nötig, wenn man vermeiden wolle, dass die Krise ähnliche Ausmaße wie in Europa annehme: "Nur Isolation wird die Kurve davon abhalten, so rapide anzusteigen, wie sie es anderorts bereits getan hat."

Der "Guardian" zitiert außerdem den Umweltminister Paulistas, Roberto Couto. So würden die Meeresschildkrötenweibchen ihre Eier für gewöhnlich im Januar legen und die Jungtiere dann im April oder Mai schlüpfen: "Es ist wirklich schön, weil man den genauen Moment beobachten kann, in dem sie aus den Eiern schlüpfen und ihren kleinen Marsch über den Strand beginnen. […] Es ist ein wundervolles, außergewöhnliches Gefühl." Dieses Mal habe man wegen des Coronavirus nicht einmal die Bevölkerung informieren können.

Es ist doch aber irgendwie schön zu wissen, dass die Krise zumindest auch ein bisschen was Gutes an sich hat. Und nicht nur in Brasilien: Am anderen Ende der Welt, in Wales, hat sich beispielsweise vor Kurzem eine Herde Ziegen die ungewöhnliche Menschenleere zu Nutzen gemacht und das Dorf Llandudno übernommen.

Quelle: "The Guardian"

jgs

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