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Feindliche Übernahme: Wegen menschenleerer Straßen: Ziegenherde zieht in walisisches Dorf ein

Wegen Ausgangssperren und Kontaktverboten liegt derzeit fast die ganze Welt lahm. Für einige tierische Erdenbewohner bedeutet das eine ungeahnte neue Freiheit.

Ziegen

Eine Herde Ziegen hat ein walisisches Dorf übernommen

Picture Alliance

Ganz ehrlich? Ja, Isolation und Quarantäne sind ganz schön anstrengend. Nicht ins Büro fahren können, keine Kino- oder Restaurantbesuche, keine Treffen mit Freunden in der netten Bar um die Ecke. Aber für manche Erdenbewohner bringt die Tatsache, dass wir alle zu Hause bleiben müssen, auch ungeahnte Freuden und neue Möglichkeiten.

So musste der Dackel einer Twitter-Userin kürzlich zum Tierarzt gebracht werden, weil er sich vor lauter Freude, dass seine Familie ständig zu Hause ist, den Schwanz verstaucht hatte – der hatte einfach zu viel gewackelt. Und auch eine Ziegenherde im walisischen Llandudno erfährt derzeit die vermutlich beste Zeit ihres Lebens, denn: Die Tiere haben kurzerhand das Dorf übernommen. So zumindest sieht es aus, wenn man beobachtet, wie sie durch die menschenleeren Gassen streifen und sich an sämtlichen Hecken und Vorgarten-Grasflächen ergötzen.

Twitter-User teilt Videos der Ziegen-Gang

Twitter-User Andrew Stuart entdeckte die blökende Gang eines Abends beim Blick aus dem Fenster und teilte ein Video auf der Social-Media-Plattform. Dazu schrieb er: "Ich glaube, ich habe gerade eine Gruppe Ziegen in Llandudno verhaften lassen. Lasst mich das erklären. Erst habe ich das hier aus einem dunklen Pub (in dem ich momentan wohne) beobachtet. Hab' schon gedacht, ich würde mir es einbilden, also habe ich ein Video gemacht."

Stuart beschloss, die Gruppe per pedes zu verfolgen, um zu schauen, was sie im Schilde führte: "Sie hielten am Trinity Square an und entschieden, dass die Hecken dort sehr lecker aussehen (was sie vermutlich auch tun, wenn man eine Ziege ist.) […] Sie wollten sich einfach nicht von ihrem Mitternachtsfestmahl wegbewegen und hätten vermutlich bald randaliert, schließlich war niemand auf der Straße. Außerdem war ich mir nicht sicher, ob sie die zwei Meter Sicherheitsabstand einhielten."

"Sie haben Llandudno übernommen und wir müssen das akzeptieren"

Kurzum: Andrew entschied, die Polizei anzurufen, die die Ziegenherde schließlich mit einem hell beleuchteten Einsatzwagen aus der Ortschaft trieb. Doch das sollte noch lange nicht das Ende der Geschichte sein, denn die Ziegen kamen wieder – und zwar am hellichten Tag und immer wieder, über mehrere Tage. Andrew Stuart hielt das Treiben der gehörnten Gang in Bildern und Videos fest und teilte auch diese auf Twitter, wo sie innerhalb kürzester Zeit viel Aufmerksamkeit auf sich zogen.

Andrew Stuart sieht die Sache gelassen: "Sie haben Llandudno übernommen und wir müssen das einfach akzeptieren. […] Ich persönlich heiße unsere neuen Ziegen-Lehnsherren willkommen."

jgs
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