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ADAC-Test an Nord- und Ostseestränden: Hier macht das Baden krank

Kurz vor Beginn der Sommerferien hat der ADAC die Wasserqualität der Badestrände an der deutschen Nord- und Ostsee untersucht: An jeder vierten Messstelle fanden die Tester zu viele Keime.

Das Ergebnis des aktuellen ADAC-Tests zur Wasserqualität an deutschen Badestränden lässt die Alarmglocken schrillen: Knapp ein Viertel der Messstellen ist durchgefallen. Sogar vier der insgesamt 72 Badestrände erhielten die Note mangelhaft. An diesen Stellen sei das Wasser nahe am Strand so sehr mit Bakterien belastet gewesen, dass es zu Hautausschlägen und Durchfallerkrankungen kommen kann, wie ADAC-Vizepräsident Thomas Burkhard am Dienstag in Hamburg sagte.

An 17 Messorten trübten Fäkalbakterien den Badespaß. So wurde an der Nordsee der Strand Krummhörn-Upleward bei Emden als mangelhaft bewertet, an der Ostsee je ein Strand bei Kühlungsborn und in Altenhof bei Eckernförde. Allerdings gilt die Bewertung laut ADAC nur für einzelne Messstellen und nicht für alle Strände der Gemeinde.

Als sehr gut bewertet wurden lediglich die jeweils drei Strände der Inselmetropole Westerland auf Sylt und des Ostseeheilbades Graal-Müritz. Bei allen anderen Kommunen wurden punktuell zumindest leicht Belastungen mit Verunreinigungen gemessen.

Keimgefahr in flachem Wasser

Die ADAC-Tester legten 18.000 Kilometer in ihrem Labor-Bus zurück, um in 22 Badeorten an Nord- und Ostsee bei jeweils zeitlich versetzten Besuchen insgesamt 216 Wasserproben zu entnehmen. Die Strände wurden im Sommer 2009 und im Mai 2010 auf Keime untersucht. Der ADAC prüfte vor allem das Wasser ganz nahe am Strand, wo gerne kleine Kinder spielen. Von erhöhten Bakterienbelastungen betroffen seien zum Beispiel Badestellen nahe an Bacheinleitungen oder Stellen in der Nähe sogenannten Buhnen. Das sind Strandbefestigungen, an denen sich etwa Vogelkot sammeln kann.

Der ADAC führte den Test zum ersten Mal durch, nachdem sich Mitglieder nach ihrem Urlaub beschwert hatten. Damit geht der ADAC bewusst einen anderen Weg als der EU-Badegewässerbericht, dessen Messungen erst ab einem Meter Wassertiefe vor dem Strand vorgenommen werden. Die EU hat erst vor wenigen Tagen ihre Ergebnisse veröffentlicht und für die deutsche Nord- und Ostsee sorgenfreies Baden gemeldet. Die punktuellen Messungen des ADAC sollen eine Ergänzung zu dieser Untersuchung sein.

tib/DPA/AP / AP / DPA

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