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Sperrung bis Montag: Badeverbot am Bodensee – mehr als 100 Schwimmer litten an Durchfall und Erbrechen

An bestimmten Abschnitten des Bodensees ist vorerst das Baden verboten. Viele Schwimmer hatten über gesundheitliche Beschwerden geklagt. Wahrscheinlich waren Noroviren schuld.

Badegäste am Bodensee

Badegäste sonnen sich am Bodensee

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Abkühlung im Wasser an den heißesten Tagen des Jahres: Das ist an einigen Abschnitten des Bodensees vorerst nicht mehr möglich. Seit Mittwoch darf im Bereich zwischen dem Freizeitgelände Manzell und der Brunnisach-Mündung im Hafen von Fischbach nicht mehr gebadet werden. Das teilte die Stadt Friedrichshafen mit. Das Badeverbot gilt zunächst bis zum Montag.

Die Stadt sei vom Gesundheitsamt darauf aufmerksam gemacht worden, dass mehrere Menschen nach dem Baden in dem Bereich an Durchfall und Erbrechen gelitten hätten. "Wir sind daraufhin sofort tätig geworden und haben uns vor Ort ein Bild gemacht. Aus dem Buchenbach floss zu diesem Zeitpunkt dunkles, schlecht riechendes Wasser in den Bodensee", erklärte Hans-Jörg Schreitle, Leiter des Amtes für Bürgerservice, Sicherheit und Ordnung.

Bodensee: Gesundheitsamt vermutet Noroviren

Bis zum Donnerstagmittag waren dem Gesundheitsamt bereits mehr als hundert erkrankte Schwimmer bekannt. Nach einem Tag seien deren gesundheitliche Probleme aber wieder abgeklungen. Worauf genau deren Unwohlsein zurückzuführen ist, ist noch nicht klar – aktuell werden Wasserproben analysiert. Ein Sprecher des Landratsamts sagte "t-online.de" aber, dass "mit hoher Wahrscheinlichkeit" das Wasser mit Noroviren belastet sei: "Das gesamte Setting und auch die Symptome der Erkrankten deuten daraufhin, dass es sich um den Norovirus handeln könnte."

Laut Stadt Friedrichshafen soll die Ursache für die Verschmutzung ein verstopfter Mischwasserkanal sein. So könnten Abwässer nicht ins Klärwerk, sondern stattdessen in den See gelangt sein. Wie die "Südwestpresse" berichtete, wurden auch Abwässer des Klinikums Friedrichshafen in den Bodensee geleitet. Am Montag, wenn die Ergebnisse der Wasserproben vorliegen, will die Stadt die Lage neu bewerten und entscheiden, ob das Verbot aufgehoben oder verlängert wird.

Quellen: Stadt Friedrichshafen / "Südwestpresse" / "t-online.de"

epp

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