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City Beach: Kühle Drinks und heiße Ballspiele am Stadtstrand

Urlaubsatmosphäre mitten in der City: In vielen Städte entstehen auch in diesem Jahr wieder künstlich angelegte Sandstrände, die zum Relaxen einladen. Nur das Wetter muss noch mitspielen.

Im vergangenen Jahr schien es wie eine vorübergehende Modeerscheinung, doch vom Erfolg angezogen setzen immer mehr deutsche Städte auf Karibik-Feeling in der City: Von Hamburg bis Chemnitz, von Düsseldorf bis Berlin können Sonnenhungrige zum Feierabend unter Palmen am künstlichen Strand kühle Drinks genießen oder auch heiße Beach-Volleyball-Spiele verfolgen. Tausende Tonnen Sand wurden in den Städten aufgeschüttet und ausgebreitet und sollen nun zum Teil bis in den frühen Herbst hinein für Urlaubsatmosphäre im Stadtkern sorgen.

Sand in der Stadt ist Trend

So wurden nach dem Erfolg des vergangenen Jahres auch in diesem Jahr in Hamburg direkt an der Elbe wieder ein Strand aufgeschüttet und Liegestühle aufgestellt, Sonnensegel gespannt und an der Bar Getränke serviert. Auch in Wuppertal setzt man komplett auf Sommer, Sonne, Strand. Sand in der Stadt ist Trend, meinte Villa-Media-Chef Jörg Heynkes und so wurden bereits zum Tanz in den Mai mehr als 1.000 Quadratmeter Fläche mit über 120 Tonnen Sand bedeckt. Liegen, ein Pool und Lichterketten zwischen den Bäumen - fertig ist das Strand-Leben im Wuppertaler Stil.In Frankfurt am Main und Offenbach sollen in diesem Sommer erstmals Sandstrände am Mainufer aufgeschüttet werden. An mindestens drei Stellen planen Gastronomen entsprechende Projekte. Das größte Vorhaben geht aber frühestens in zwei Jahren an den Start - 2006 könnte am Osthafen das 7.000-Quadratmeter-Strandbad "Mainbeach" entstehen. Dessen Hauptattraktion soll ein im Fluss eingelassenes 50-Meter-Schwimmbad sein. Zunächst werden aber noch Investoren für das bis zu vier Millionen Euro teure Projekt gesucht. Die Stadt habe bereits Wohlwollen für ein Genehmigungsverfahren signalisiert, sagt Mitorganisator Thomas Weimar.

Kurzurlaub nach Büroschluss

In Düsseldorf lädt schon seit dem vergangenen Sommer "Monkey’s Island" im schicken Medienhafen zu Drinks und karibischen Gefühlen ein. Der Kurzurlaub nach Büroschluss erwies sich für den privaten Betreiber dank der günstigen Lage zumindest im vergangenen Jahr als gut besuchter Erfolg. In Köln wurde in diesem Jahr erstmals in zentraler Lage in unmittelbarer Nähe der Messe ein Strand aufgeschüttet, auf dem mit Blick auf den Dom Sandburgen gebaut werden können. "Das einzige, was noch fehlt, ist das Wetter", sagt Stadt-Sprecherin Inge Schürmann. Cocktails und Kölsch, vor allem aber die günstige Lage am rechten Rheinufer lassen nach ihrer Einschätzung einen guten Erfolg erwarten. Besonderer Clou ist, dass die neue Attraktion über die Hohenzollernbrücke am Hauptbahnhof auch aus der linksrheinisch gelegenen Innenstadt bequem zu erreichen ist.Im sächsischen Chemnitz wurde der Seeberplatz mit feinem Sand, Strandkörben und Liegen sowie einigen Palmen zum Innenstadtstrand gewandelt. Angelockt an den CityBeach sollen vor allem aktive und passive Sportler werden: Beachvolleyball und Soccer sind für Aktive im Angebot, während eine große Leinwand darauf wartet, Sportfans mit Live-Übertragungen der Fußball-Europameisterschaft aus Portugal und der Olympischen Spiele aus Athen zu unterhalten.

Berlin ist auch Hauptstadt der Strände

Zur Hauptstadt der deutschen Strände hat sich unterdessen Berlin gemausert. Gleich drei Bars bietet der "Oststrand" an der East Side Gallery, nach Angaben der Betreiber Berlins größter Strand. Auf der Sandfläche kann Sport getrieben werden, wobei ein Höhepunkt besonders angepriesen wird: Die Völkerball-Meisterschaft vom 29. Juli bis 1. August. In der "Strandbar Mitte" im Monbijoupark kann man mit Blick auf vorbeifahrende Ausflugsdampfer tropische Cocktails schlürfen und in der Karl-Marx-Allee findet sich das "Oranke Orange", eine Strandbar, die dem Vernehmen nach auf echtem Usedom-Ostseesand steht.

Der berühmteste ist der "Bundespressestrand" zwischen Bundestagsgebäuden zu Füßen von Hunderten Journalisten am Haus der Bundespressekonferenz im Bezirk Mitte. Er wanderte nach Bauarbeiten im Regierungsviertel vom Ost- ans Westufer der Spree und soll dort am 28. Mai mit "Probesonnen" schon mal eingesessen und am 1. Juni offiziell eröffnet werden. Seit dem 8. Mai hat er allerdings ernsthafte Konkurrenz: Eine riesige Badewanne mit sauberem Wasser in der Spree ermöglicht Badespaß, ohne in die braune Flussbrühe eintauchen zu müssen. Ein Schiff wurde dafür zum Pool umgebaut und ankert 44 Meter vom Ufer entfernt.

Gutes Wetter lässt noch auf sich warten

In Schwerins Innenstadt ist der Strand die Idee eines mexikanischen Restaurants. Dort ist auf dem Innenhof Sand aufgeschüttet, wo man Beach-Volleyball spielen und sich unter Palmen und Sonnenschirmen in Liegestühlen räkeln kann. Das alles bei gastronomischer Versorgung, die bei der Idee Pate stand. Angesichts der kühlen Witterung blieb diese Möglichkeit aber bislang weitgehend ungenutzt. Das könnte sich jedoch bald ändern: Bis Pfingsten erwartet der Deutsche Wetterdienst deutlich wärmere Temperaturen.

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