Lübeck Die Eisheiligen von Lübeck sind fertig


350.000 Kilogramm Eis und 200.000 Kilogramm Schnee waren nötig: Die "Ice World", Deutschlands erstes Eisskulpturen-Festival, ist ab Freitag in Lübeck zu bewundern.

Die "Erschaffung Adams" nach Michelangelo aus glasklarem Eis, Noahs Arche voller Tiere aus Schnee und Lübecks sieben Türme aus Eis als Kulisse für eine im wahrsten Sinne der Wortes coole Bar lassen vergessen, dass die Winter in Norddeutschland eher schmuddelig grau, als knackig kalt sind. In der Hansestadt ist am Donnerstag die "Ice World", Deutschlands erstes Schnee- und Eisskulpturenfestival, eröffnet worden. Sie steht unter dem Motto "Die Bibel".Beim Betreten des Thermozeltes neben dem Holstentor stockt der Atem. Das liegt an der Innentemperatur von minus zehn Grad, aber auch an dem Anblick. Das Licht bricht sich in Millionen von Schneekristallen und in den Facetten des Eises, das filigran wie Bleikristall wirkt. Mit riesigem technischen und personellen Aufwand ist eine höchst vergängliche Wunderwelt geschaffen worden. 16 Kühlaggregate sorgen dafür, dass die Temperatur immer schön unter null bleibt. "Wir bieten den Besuchern ein ziemlich einmaliges emotionales Erlebnis", sagt Tourismusdirektor Johann W. Wagner. Rund eine Million Euro kostet nach seinen Angaben das Spektakel, er rechnet mit etwa 150.000 Besuchern. "Ich glaube, dass es sich auf jeden Fall rechnen wird, allein schon durch den Imagegewinn für die Stadt", sagt er.

35 Künstler aus elf Nationen am Werk

350.000 Kilogramm Eis und 200.000 Kilogramm Schnee haben 35 Künstler aus elf Nationen in den zurück liegenden zwei Wochen verbaut. Eine belgische Firma hat das ganz langsam gefrorene und deshalb glasklare Eis in zwei Meter langen, einem Meter breiten und 60 Zentimeter dicken Blöcken geliefert. Neun solcher Blöcke, nebeneinander und aufeinander gestapelt, waren die Ausgangsbasis für die "Erschaffung der Welt" nach dem Vorbild von Michelangelos berühmtem Gemälde in der Sixtinischen Kapelle. "Zwei Künstler haben elf Tage lang daran gearbeitet", erzählt Angelique Werner, Pressesprecherin der holländischen Firma Inaxi, die für die künstlerische Umsetzung verantwortlich ist. Insgesamt waren 35 Künstler aus elf Nationen am Werk.Begeistert steht Pastor Bernd Schwarze vor der Figur des Riesen Samson, der mit seinen Haaren auch seine Kraft verloren hat. "Lebendig werden biblische Erzählungen durch künstlerische Interpretation und das Spiel mit dem Material, nicht durch stures Nacherzählen", sagt Schwarze. Er hoffe, dass die Darstellungen die Besucher anregen, die eine oder andere Geschichte in der Bibel nachzulesen.


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