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Überfüllter IC: Bahn bietet Reisenden 25 Euro - fürs Aussteigen

Aussteigen bitte! Die Deutsche Bahn hat am Karfreitag versucht, Fahrgäste eines überfüllten Intercitys mit 25-Euro-Gutscheinen zum Verlassen des Zuges zu bewegen. Auch die Bundespolizei stand in Münster schon bereit.

Weniger als 60 Minuten Verspätung und trotzdem gab es Geld zurück: Die Bahn hat in Münster versucht, einen überfüllten Intercity mithilfe von 25-Euro-Angeboten zu leeren. Mit Erfolg: Genügend Fahrgäste ließen sich am Karfreitag aus dem Zug locken, damit die Fahrt gefahrlos fortgesetzt werden konnte. Die Bundespolizei stand bereit, um bei der teilweisen Leerung des Zuges zu helfen.

Der IC 2310 von Frankfurt/Main nach Westerland auf Sylt sei "hoffnungslos überfüllt" gewesen und habe deshalb aus Sicherheitsgründen in Münster stoppen müssen, sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn. Er widersprach aber einem Online-Bericht der "Rheinischen Post", wonach die Passagiere erst ausstiegen, nachdem die Bahn mit der Polizei gedroht habe. "Es handelte sich nicht um eine Drohung. Wir drohen unseren Fahrgästen nicht." Die Darstellung der Zeitung sei "überzeichnet", sagte der DB-Sprecher. "Unser Servicepersonal hätte die Bundespolizei um Unterstützung gebeten, wenn es erforderlich gewesen wäre, aber das war nicht nötig."

Bahn spricht von Einzelfall

Wer keine Reservierung besaß, war im Pech. "Es wurden alle Reisenden ohne Platzreservierung gebeten, den Zug zu verlassen. Letzten Endes haben die Reisenden Verständnis gezeigt", sagte der Bahnsprecher. Wie viele Passagiere genau den Zug verließen, sei unklar. "Aber es waren genug, um die Fahrt fortzusetzen." Jeder habe Anspruch auf einen 25-Euro-Gutschein. Der Intercity sei in Münster schließlich mit 20 bis 30 Minuten Verspätung weitergefahren.

Nach Angaben des Bahnsprechers musste der Zug teilweise geräumt werden, weil sonst Fahrgäste bei einem starken Bremsmanöver möglicherweise über Mitreisende oder Gepäckstücke gestolpert wären. "Das war auch nur ein Einzelfall. Trotz des hohen Reiseaufkommens an Karfreitag ist es sonst nicht zu einer vergleichbaren Situation gekommen". Die ausgestiegenen Reisenden konnten laut Bahn in einen der nachfolgenden Züge nach Westerland wechseln.

fw/cjf/DPA / DPA

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