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Mutter beschwert sich bei BBC Junge in Rollstuhl soll vor Flug beweisen, dass er behindert ist

Abgebildet sind Behindertensitze am Flughafen auf der Krim 
Die Mutter des behinderten Jungen ist "fassungslos" ob der Behandlung ihres Sohnes. Abgebildet sind Behindertensitze am Flughafen auf der Krim 
© Sergei Malgavko / Picture Alliance
Eine Mutter will mit ihrem zehnjährigen behinderten Sohn zurück nach England fliegen. Als sie den Rollstuhl des Jungen mit ins Flugzeug nehmen will, wird sie aufgefordert, zu beweisen, dass ihr Kind wirklich eine Behinderung hat.

Ein zehnjähriger Junge in einem elektrischen Rollstuhl sollte vor seinem Heimflug nach England beweisen, dass er wirklich behindert ist. Das berichtet die Mutter des Jungen der britischen BBC. Dem Billigfluganbieter tue der Vorfall "extrem leid", wird ein Sprecher zitiert. Die Mutter ist "entsetzt" über die "erniedrigende" Behandlung ihres Sohnes, der an Duchenne-Muskeldystophie leide, einer erblich bedingten Muskelschwäche.

Den Schilderungen der Frau zufolge wollte die Familie nach einem Urlaub in Kroatien vom Airport in Split zurück nach Leeds-Bradford fliegen. Beim Hinflug habe es keinerlei Probleme gegeben, vor dem Rückflug habe ihr ein Mitarbeiter der Fluglinie dann gesagt, dass ihr Sohn nicht als behindert angemeldet sei. Um einen elektrischen Rollstuhl mit an Bord zu nehmen, hätte man spätestens zwei Tage vorher einen Hinweis gebraucht. Dann habe sie der Mann direkt vor ihrem Sohn gefragt, ob sie beweisen könne, dass der Junge behindert sei. "Fassungslos" habe sie ihm den Behindertenausweis gezeigt.

Erst gut zwei Stunden später hätte man dann sie, ihren Sohn Jack und den Rest der Familie ins Flugzeug gelassen. "Jack mag es nicht, wenn seinetwegen Umstände gemacht werden, oder er sich fühlt, als sei er anders", wird die Mutter zitiert. "Es war ihm so peinlich." Am nächsten Tag habe der Sohn einen "totalen Zusammenbruch" erlitten. "Ich will, dass daraus Lehren gezogen werden und die Mitarbeiter so geschult werden, dass so etwas nie wieder einem behinderten Menschen passiert."

Fluglinie entschuldigt sich für den Vorfall

Duchenne-Muskeldystophie trifft etwa eines von 5000 Kindern. Fast ausschließlich sind Jungen betroffen. In frühen Kindesalter zeigen sich die ersten Symptome, danach schreitet die Krankheit rasch voran und betrifft nach und nach immer mehr Muskeln des Körpers. Sie endet immer tödlich, sobald die Herz- und Atemmuskulatur abgebaut wird. Je nach Krankheitsverlauf können Patienten etwa 40 Jahre alt werden, einzelne Patienten sterben jedoch bereits im Kindes- oder jungen Erwachsenenalter. 

Die Fluglinie hat sich für den "bedauerlichen Vorfall" entschuldigt. "Wenngleich es sich hier um ein isoliertes Ereignis handelt, haben wir mehrere Lehren daraus ziehen können und überprüfen unter Hochdruck unsere Arbeitsabläufe, damit so etwas nie wieder passiert."

fin

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