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La Isla Bonita La Palma - die grünste (und auch schönste) Insel der Kanaren

Paradies für Outdoor-Enthusiasten: die Kanareninsel La Palma.
Paradies für Outdoor-Enthusiasten: die Kanareninsel La Palma.
© Van Marty
Schwarze Strände, rote Felsen und viel subtropisches Grün. Die Kanareninsel La Palma wird auch La Isla Bonita genannt, die Schöne. Ein kleines Wunder, denn bis heute blieb sie vom Massentourismus verschont.

Sie ist die jüngste unter den Kanarischen Inseln, geologisch gesehen. Denn ihr Entstehen geht auf den Vulkanismus zurück. Noch heute zeugen die Krater und die Caldera de Taburiente von der urgeschichtlichen Vorgeschichte des Archipels, das im Nordwesten der Kanaren liegt.

Und noch ein Kriterium verdeutlicht die Sonderstellung zu den sechs Nachbarinseln: Vierzig Prozent der 30 Kilometer breiten und 50 Kilometer langen Insel sind bewaldet, was La Palma zu recht den Beinamen "Isla Verde", also grüne Insel, eingebracht hat.

Kanarische Inseln - das große Landschaftskino

Das übliche Kanaren-Klischee vom Badeurlaub mit Sonne, Strand und aufregenden Nachtleben trifft auf La Palma nicht zu, die im Vergleich zu Rügen sogar kleiner ist. Vielmehr sind es die natürlichen Werte, die ihren Reiz ausmachen. 

Auf engstem Raum gibt es große landschaftliche Kontraste: Buchten, Lavafelder, Berge und Schluchten, an deren Hänge die unterschiedlichste Flora gedeiht: Kiefernhaine, Drachenbäume, Lorbeerwälder, riesige Farne und eine teilweise subtropische Blumenpracht.

Während des Karnevals wird ausgiebig gefeiert, wie hier auf der Los Indianos Party in Santa Cruz de La Palma.
Während des Karnevals wird ausgiebig gefeiert, wie hier auf der Los Indianos Party in Santa Cruz de La Palma.
© Karol Kozlowski / Picture Alliance

Auf den Terrassen in Atlantiknähe gedeihen Bananen, Zitrusfrüchte und Papayas und wachsen Weihnachtssterne im Großformat von Büschen. Egal, ob man mit dem Leihwagen um die nächste Ecke biegt oder zu Fuß auf einem der vielen Wanderwege unterwegs ist, stets bleibt das Meer in Sichtweite - ein ideales Reiseziel für Erholungssuchende und Aktivurlauber.

Die Wanderinsel La Palma

Ob ein Ausflug mit Kindern, auf Wegen im Wald oder eine mehrtägige Panoramawanderung, die Bergwelt eignet sich für Wanderungen aller Schwierigkeitsgrade. Im Norden geht es durch die Wälder mit Lorbeerbäumen und Riesenfarnen, im Süden durch die eher vulkanischen Landstriche mit ihren kargen Böden. Legendär ist die anspruchsvolle und mehr als 18 Kilometer lange "Ruta de los Volcanes", die auf einer knapp 2000 Meter hohen Kammhöhe mit Ausblicken auf die West- und Ostküste führt.

Die Insel La Palma bietet ein dichtes Wegenetz für Wanderer von 1000 Kilometern Länge.
Die Insel La Palma bietet ein dichtes Wegenetz für Wanderer von 1000 Kilometern Länge.
© Martin Siepmann / Picture Alliance

Aber am Faszinierendsten ist das Zentrum der Insel mit dem mehr als 60 Jahre alten Nationalpark Caldera de Taburiente, einem offenen Vulkankrater von acht Kilometern Durchmesser. Über Barranco de las Angustias oder Los Brecitos gelangt man in das Innere des Parks und kann in den Kessel hinabsteigen, kürzere sowie längere Rundwanderungen unternehmen. Als perfekte Wanderzeit mit stabilen Wetterverhältnissen gelten die Monate April bis Oktober.

Die Kanaren in klarer Finsternis

Wer höher hinaus möchte, steigt zum Kraterrand empor, zum Pico de La Nieve und dem Roque de los Muchachos. Mit 2426 Metern ist der "Felsen der Jünglinge" die höchste Spitze von La Palma. Hochoben leben auch bis zu 60 Sternenforscher, denn hier steht eines der wichtigsten Observatorien für Astronomen: Wie überdimensionale Champignons wirken die weißen Kugelköpfe auf dem Gipfelplateau.

Den Sternen ganz nah: Auf dem Gipfel von La Palmas Roque de los Muchachos stehen mehrere Teleskope.
Den Sternen ganz nah: Auf dem Gipfel von La Palmas Roque de los Muchachos stehen mehrere Teleskope.
© Gemma Miralda / Picture Alliance

Nirgendwo ist die Luft so rein, sind die Nächte so klar. Wer einmal die Finsternis und das Sternenfunkeln auf La Palma oben erlebt hat, versteht auch den Ausspruch des Kinderbuchautors Janosch über die Insel: "Du bist hier näher an der Ewigkeit, die Sinnlosigkeit des Universums kannst Du mit Händen greifen und diese Sinnlosigkeit ist grausam schön, denn wozu muss denn alles einen Sinn haben, hombre?"


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