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"MSC Bellissima": Mitten im Sturm: MSC Cruises muss bei Schiffstaufe des neuen Mega-Liners improvisieren

Schiffstaufe der "MSC Bellissima" mit Hindernissen im britischen Southampton: Ein aufziehender Sturm erzwingt den Abbruch der Feierlichkeiten. Für den Abschluss der Tauf-Zeremonie muss viel improvisiert werden.

Zunächst verläuft der Countdown zur Taufe der "MSC Meraviglia" perfekt: Auf dem Bühne in einem Zelt am Kai im Hafen von Southampton werden Reden gehalten, hat der Cirque du Soleil at Sea (Foto) seinen Auftritt sowie die Tenöre Andrea und Matteo Bocelli. 

Zunächst verläuft der Countdown zur Taufe der "MSC Meraviglia" perfekt: Auf dem Bühne in einem Zelt am Kai im Hafen von Southampton werden Reden gehalten, hat der Cirque du Soleil at Sea (Foto) seinen Auftritt sowie die Tenöre Andrea und Matteo Bocelli. 

Gerade als Gianni Onorato, der CEO von MSC Cruises, das Wort ergreift und die Mikrophone am Rednerpult zurechtrücken will, eilt Pierfrancsco Vago, der Executive Chairman, auf die Bühne und fällt ihm ins Wort: "Das britische Wetter wird heftiger. Wir müssen die Zeremonie abbrechen und auf das Schiff zurück". Es sei keine Eile geboten, aber die Sicherheit gehe vor.

Die geladenen 2500 Gäste – die Damen in langen Kleidern und High Heels sowie die Männer, meist im Smoking gekleidet – reagieren gelassen, erheben sich von ihren Stühlen und fädeln sich in die Schlangen ein, um zurück an Bord der "MSC Bellissima" zu gelangen.

Abbruch nach 60 Minuten Show-Programm

Offensichtlich gibt es bei dem Countdown zur Taufe der "Schönsten" von MSC Cruises ein Problem: Ein Sturm zieht auf. Der rüttelt am Metallgestänge des Festzeltes und lautstark an den Plastikplanen, was das Zuhören bei den Reden immer mehr erschwert. Dabei war das Schiff nur wenige Stunden zuvor am Kai um 50 Meter verschoben worden und hatte direkt vor der Bühne festgemacht, um als Windschutz zu dienen. Vergeblich.

Wie geht es nun weiter? Bald erfolgt eine Ansage: Nicht im Theater, sondern in der Galleria, einer fast 100 Meter langen Promenade, wird der Festakt fortgesetzt. Hoch über den Köpfen der Gäste mit ihren gezückten Handys erscheint auf einer Empore Sophia Loren, geführt von Kapitän Raffaele Pontecorvo.

Dabei hatte alles so perfekt begonnen: Neben dem Kreuzfahrtterminal von Southampton ist am Kai ein geheiztes Zelt für Taufgäste aufgebaut. Dahinter erhebt sich der Mega-Liner: die "MSC Bellissima", das neue Flaggschiff von MSC Cruises – ein auf der französischen Werft Chantiers de l’Atlantique gebauter Megaliner: 315 Meter lang, 19 Decks hoch und mit Platz für 5686 Passagiere.

Ein fast zweistündiges Programm soll abgespult werden, ehe die Taufpatin Sophie Loren das Band zerschneidet, das den Mechanismus mit der Champagnerflasche auslöst. Der Italiener Pierfrancsco Vago, Schwiegersohn des MSC-Reederei-Gründers Gianluigi Aponte, heißt die Gäste willkommen. In seiner Ansprache beschwört er den Familiengeist des Unternehmens, das bereits mit 15 Kreuzfahrtschiffen durch die Weltmeere schippert.

Zuvor hatten Vater und Sohn Bocelli für eine musikalische Einstimmung gesorgt sowie eine poetisch-artistische Einlage des Cirque du Soleil at Sea. Für das Programm des kanadischen Entertainment-Unternehmens wurde extra auf der "MSC Meraviglia" ein eigenes Theater wie auch im Heck der neuen "MSC Bellissima" eingerichtet.

Plan B wird improvisiert

Im zweiten Teil der Feier an Bord wird der Festakt zu Ende geführt. Die Film-Diva hat bereits 13 MSC-Kreuzfahrtschiffe getauft. Dann kann der Countdown endlich seinen Lauf nehmen. Loren sagt: "Das Segeln ist die älteste Form des Reisen und hat bis heute nichts von ihrem Reiz verloren." Dann wird von fünf an rückwärts gezählt. Jeder kann auf den Screens sehen, wie per Handy-Fernsteuerung die Champagnerflasche doch noch schäumend an der Bordwand der "MSC Bellissima" zerspringt.

Was die Filmdiva und MSC verbindet, ist deren gemeinsame Herkunft. Beide kommen aus den damals noch kleinen Dörfern im Golf von Neapel: Sophia Loren aus Pozzuoli und Reederei-Gründer Gianluigi Aponte aus Sorrento. Beide stammen aus sehr einfachen Verhältnissen, und beide haben es in ihren Bereichen an die Weltspitze gebracht. Denn die MSC Group betreibt nicht nur Kreuzfahrt-, sondern auch mehr als 500 Containerschiffe.

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