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Winter-Destination: Küsschen für den Körper

Entspannung und Ruhe - das braucht die gequälte Seele in der trüben Winterzeit. Im türkischen Belek gibt es ein breites Angebot an Spa- und Wellness-Anwendungen. Der gestresste Körper sehnt sich danach.

Von Silke Haas

Die Jahresendzeitdepression hat wieder zugeschlagen. Erwischt hat es Heike Sander und ihre Freundinnen. Weihnachten, Familie und Hektik im Job zum Jahreswechsel haben ihre letzten Reserven gefressen. Die Batterien sind leer und nichts ging mehr. Die rettende Idee: ein paar Tage Auszeit. Eine Wellness-Reise, sich in einem schicken Hotel mit schönem Spa-Bereich verwöhnen lassen.

Aber was genau heißt eigentlich Spa? Der Oberbegriff für unterschiedlichste Wellness-Einrichtungen ist zwar in aller Munde, aber über seine Herkunft streiten sich die Gesundheitsapostel. Die Intellektuellen behaupten, Spa sei die Abkürzung für die lateinischen Sentenz: Sanus Per Aquam - gesund durch Wasser. Wahrscheinlicher ist, dass Spa auf den traditionsreichen belgischen Badeort gleichen Namens zurückgeht. Hier machten im 19. Jahrhundert vor allem wohlhabende Briten Urlaub, um sich an den heilenden Kräften der Mineralquellen zu erquicken. Heute kann der Besucher eines Spa vom Heimtrainer in der Besenkammer bis zur Luxus-Badelandschaft alles vorfinden, was dem körperlichen Wohl mehr oder weniger dienlich ist. Der Begriff ist nicht geschützt und Mindestanforderungen bislang nicht vorgeschrieben.

Die Seele berühren

Im Dickicht eines boomenden Wellness-Reise-Marktes ist es schier unmöglich, den Überblick zu behalten. Wenigstens wussten die gestressten Freundinnen, wohin sie wollten: in die Türkei. Ein perfektes Ziel, nur ein paar Flugstunden von Deutschland entfernt und auch im Winter Sonne und angenehme Temperaturen. Doch in welches Hotel? Das Kempinski Hotel "The Dome" in Belek, eine halbe Stunde östlich von Antalya. "The Dome" ist eines der wenigen Hotels an der türkischen Riviera, das sich ausdrücklich von 24-Stunden Massenanimation und -fütterung distanziert.

Nach gut dreieinhalb Stunden Flug und kurzer Taxifahrt empfängt Hülya, die Hotelmanagerin, ihre Gäste in der Lobby. Eine Handvoll Urlauber verliert sich rund um den riesigen Pool. "Viel Freiraum für den einzelnen", sagt Hülya. Großzügigkeit ist hier Prinzip. Selbst wenn alle Betten belegt sind, merkt es der Gast nicht. Hier braucht man keine Liegen zu reservieren. Ein gläserner Aufzug gleitet in den Spa-Bereich mit viel Holz, gedeckten Farben und unzähligen Teelichtern

Auf 3.600 Quadratmetern konzentrieren sich jahrhundertealte Erfahrungen aus unterschiedlichen Kulturen, dem Menschen das wiederzugeben, was er verloren hat: Harmonie von Körper, Geist und Seele. Ob der Weg dahin durch den türkischen Hamam, die finnische Sauna, durchs Thalasso-Bad oder über eine Bali-, Thai- oder klassische Massage führt, muss jeder selbst herausfinden. "Es gibt viele Arten zu massieren", erklärt Abu der Leiter des Spa. "Einige kneten nur die Haut, andere auch die Muskeln, manche gehen bis auf die Knochen. Wir aber berühren die Seele."

Wie eine Robbe auf der Klippe

Massagen kannte Heike von ihrer Krankengymnastin, mit Genuss und Entspannung hatte das jedoch wenig gemein. Im Gegensatz zu dem sanften Kneten der balinesischen Masseurin. Die verschiedenen Griffe und Techniken der traditionellen Bali-Massage hat sie in Indonesien gelernt. Sie schaffte es tatsächlich, Heikes zementierten "Computernacken" zu lockern. Der erste Schritt zu einem harmonischen Körpergefühl ist getan.

Am nächsten Tag steht der Hamam auf dem Programm. Ursprünglich war der türkische Hamam eine rituelle Reinigungsstätte, die vor der Moschee und hohen Festen besucht wurde. Im Mittelpunkt steht das beheizte Marmorpodest - Göbektasi - der Nabelstein. An den Wänden sind warme Marmorbänke und Marmorbecken mit silbernen Kannen, aus denen der Hamam-Meister Wasser über den Körper gießt. Anschließend legt man sich auf den warmen Stein, wo der Meister seinen Gast unter einem Berg weißer Seifenflocken mit Peeling und Massagen verwöhnt.

Viele Frauen verbrachten den Tag vor ihrer Hochzeit mit ihren Freundinnen im Hamam, um sich auf das bevorstehende Ereignis vorzubereiten. Sie schwitzten, schäumten, seiften sich ein, speisten, sangen und tanzten dort. Eine Art orientalischer Junggesellinnen-Abschied. Die Rituale eines modernen Hamam, kannte Heike nur aus Erzählungen: "Du liegst nackt und eingeseift auf einem Stein, so wie die Robbe auf der Klippe. Dann kommt der Bademeister und übergießt dich mit einem kalten Wasserschwall. Die große Kunst ist, auf dem Stein zu bleiben und nicht wie die Robbe ins Meer, auf den Fußboden zu glitschen." Ein zweifelhaftes Vergnügen.

Kosmetik zum Anbeißen

Die Angst vor dem Robben-Glitsch war unbegründet. Auf dem warmen Stein sorgt ein flauschiges Handtuch für die nötige Bodenhaftung. Mit einem besonderen, rauen Handschuh, dem Kese, schrubbt Zeynep den letzten Schmutz aus den Poren. Dann schlägt sie mit einem großen Baumwollbeutel aus Olivenseife duftenden Schaum, Berge von Schaumküsschen umkosen den Körper, den die Meisterin nach alten Regeln massiert. Der Körper scheint mit dem Schaum zu fließen, fühlt sich an wie hingegossener Vanillepudding. Körper und Seele vereint in wohliger Entrücktheit. Kannen voll lauwarmen Wassers beenden diesen Zustand. Im Ruheraum driftet Heike auf einer dick gepolsterten Liege in schwerelose Traumwelten weg, während ein weiß gekleideter Wellness-Engel unbemerkt eine Tasse grünen Tee und eine Schale mit frischen Früchten auf das Tischchen neben sie stellt. Fingerfood mit Wohlfühlfaktor.

Die Mittelmeersonne zaubert nicht nur Farbe in Wintergesichter, sondern hinterlässt auch unerwünschte Spuren. Dummerweise sind die empfindlichsten Körperteile auch die sichtbarsten und die, die das Alter verraten: Gesicht, Hals, Dekolleté und Hände. Eine Gesichtsbehandlung soll jetzt die Sünden des Sonnenbadens vertuschen. Exotische Blüten, Früchte und Pflanzen liefern die Pflegestoffe für Cremes, Öle und Lotionen. Kraft der Natur statt High Tech Kosmetik. Die Kosmetikerin verwöhnt Heikes Gesicht mit Peeling, Massage und einer Maske aus frischen Papayas, die so lecker duften, dass sie heimlich die Zunge lang macht, um das Mousse zu kosten. Für das vollkommene Geschmackserlebnis fehlt nur noch ein Spritzer Limettensaft.

Gebräunt, gut gelaunt und gefühlte zehn Jahre jünger warten die Urlauberinnen in der Hotel-Lobby auf ihr Taxi, als sie ein Mann mit schütterem Haar und einer lila getönten Brille anspricht: "Langweilt Ihr euch auch so? Hier ist ja abends gar nichts los, deshalb gehe ich immer rüber in den Robinson-Club." Die Freundinnen gucken sich an und kichern. Sie sind sich einig: Genau das wollten sie nicht und darum sind sie hier: Keine Animation, keine Beach-Bunny-Wettbewerbe oder Aqua-Gymnastik, dafür Spa und Wellness in Reinkultur.

Wissenscommunity

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(