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Beinahe-Katastrophe auf Phuket: Behörden ermitteln wegen Air-Berlin-Notlandung

Die Notlandung eines Air-Berlin-Jets auf Phuket war nicht so harmlos, wie von thailändischer Seite gemeldet. Deutsche Behörden haben deshalb eine offizielle Untersuchung eingeleitet.

Von Gerhard Hegmann

Die Notlandung eines Airbus A330-200 von Air Berlin am 20. Dezember im thailändischen Phuket war doch gefährlicher, als dies zunächst den Anschein hatte. Nach Informationen von stern.de hat die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchungen (BFU) in dieser Woche offiziell ein Verfahren eingeleitet. "Wir stufen den Vorfall als schwere Störung ein", sagte am Donnerstag ein BFU-Sprecher.

Der Jet mit 247 Passagieren und zehn Besatzungsmitgliedern musste nach einem schweren Triebwerksschaden notlanden. Dabei soll es Berichten zufolge zum sehr seltenen, aber extrem gefährlichen Bersten des Triebwerks gekommen sein, einem sogenannten "uncontained engine failure". Dies tritt statistisch etwa alle zehn Millionen Flüge einmal auf. Umherschleudernde Triebwerksteile können bei einem solchen Zwischenfall bis in die Passagierkabine einschlagen.

Ausfall des Triebwerks, geplatzte Reifen

"Zum Triebwerkschaden und dessen Ursachen können wir uns erst nach der Detailanalyse äußern", heißt es bei der BFU. Die Behörde habe sich erst nach der Auswertung der Daten- und Stimmenrecorder des Flugzeugs, den von Air Berlin gemachten Angaben und eigenen Ermittlungen zur Aufnahme des Verfahrens entschieden, sagte der Sprecher. Die thailändischen Behörden hatten den Vorfall als minderschweren Zwischenfall eingestuft und selbst keine Untersuchung eingeleitet.

Weil es sich um ein Triebwerk des Herstellers Pratt & Whitney handelt, ist indirekt auch die US-Aufsichtsbehörde NTSB eingeschaltet. Nach Angaben der Amerikaner kam es durch den Ausfall des linken Triebwerks auch zu einem teilweisen Ausfall der Flugzeughydraulik. Die Notlandung erfolgte zudem mit Übergewicht. Dabei sollen mehrere Reifen geplatzt sein.

Air Berlin will sich wegen der laufenden Untersuchungen derzeit nicht im Detail zu dem Vorfall äußern. "Wir arbeiten eng mit den Behörden zusammen und unterstützen sie. Wir sind daran interessiert, die Ursachen lückenlos und schnell aufzuklären", sagte eine Sprecherin am Donnerstag.

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