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Kenia: Große Aufregung um ein gepunktetes Zebra – die Touristen schmelzen dahin

Zum ersten Mal gibt es im Naturschutzgebiet Masai Mara in Kenia ein ganz besonderes Zebrafohlen: Es hat dunkles Fell und Punkte statt Streifen. Seine Entdeckung sorgt für einigen Tumult bei Tourguides und Fotografen, denn alle wollen es sehen.

Es war ein in der Region bekannter Tourguide und Fotograf, der mit der Neuigkeit ins Matira-Buschcamp zurückkam: Antony Tira hatte ein ungewöhnliches Zebrafohlen entdeckt – und natürlich gleich fotografiert. Das junge Tier, das inzwischen seinen Namen trägt und Tira heißt, kam mit dunklem Fell und weißen Punkten zur Welt. Die Bilder des Jungtieres veröffentlichte Tira auf der Facebook-Seite des Camps und löste damit große Aufregung aus, denn jeder wollte das Fohlen sehen.

"Zuerst dachte ich, das Zebra sei gefangen und zu Migrationszwecken markiert worden", berichtet der Fotograf der kenianischen Nachrichtenseite "Daily Nation". "Ich war erst ganz verwirrt, als ich es sah." Bei genauerer Betrachtung bemerkte er jedoch, dass es sich in Wirklichkeit um ein Zebra mit einer Melaninstörung handelte. Es war knapp eine Woche alt, wirkte sehr schwach und durch die fehlenden Streifen ganz artfremd. Das Fohlen blieb eng an der Seite eines weiblichen Zebras, wahrscheinlich seiner Mutter. Seine genetische Anomalie, der hohe Anteil von Melanin, der zu dem dunklen Fell führt, entspricht im umgekehrten Fall den Albinos, denen die Pigmente fehlen.

Did you know, last week a Maasai guide, Anthony Tira discovered a one of a kind polkadot baby zebra in the Maasai Mara...

Gepostet von Mutuma Untamed am Sonntag, 15. September 2019

Das erste Zebra dieser Art in der Masai Mara

Die Entdeckung sorgte für einen wahren Exodus von Tourguides und Fotografen im Reservat, die sich beeilten Touristen in die Gegend des Mara-Flusses zu bringen, wo das Fohlen lebt. Sein Aussehen war die Topstory über Tage. Hunderte Vans umkreisten das ohnehin schon verängstigte Fohlen, berichtet "Daily Nation". Es sei ein "zusätzliches Wunder" für die internationalen Touristen, die in dieser Zeit, kurz vor der Migration der Gnus, vor Ort sind, sagte Felix Migoya, Sekretär der Vereinigung der Tourguides und Fahrer. Der Marketing-Aspekt war in diesem Fall wohl wichtiger als der Tierschutz.

Laut Parmale Lemein, Wildlife-Experte im Matira-Camp, wurde in der Masai Mara nie zuvor ein solches Fohlen dokumentiert. In anderen afrikanischen Parks hingegen schon, so der Spezialist, doch dort hätten sie nie länger als sechs Monate überlebt. Die Zebrastreifen dienen zur Abwehr der Horden von beißenden Fliegen, wenn sie fehlen, könne es die Zebras anfällig machen.

Quellen: "Daily Nation", Facebook Mutuma Untamed

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