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Kenia nach der Krise: Wenn plötzlich eine Giraffe vor dem Zelt steht

Eineinhalb Jahre nach den politischen Unruhen ist Kenia auch touristisch wieder zurück. Mit neuen Ideen jenseits vom Massentourismus. Das Kenbali Safari Camp im Tsavo Nationalpark setzt auf authentische Naturerlebnisse und verbindet afrikanische Wildnis mit asiatischer Wellnesstradition.

Von Roland Brockmann

Unter den Sternen der afrikanischen Nacht gerät die Welt zur Geräuschkulisse. Was in der Hitze des Tages per Kamera heran gezoomt werden muss, klingt nun bedrohlich nahe. Man kann selbst Löwen hören, deren Brüllen daran erinnert, dass das Safari-Camp inmitten von wirklicher Wildnis liegt.

Dies hier ist kein Roman von Tania Blixen aus dem kolonialen Kenia, sondern eine Juni-Nacht im Tsavo Nationalpark 2009. Nach dem letzten Gintonic geleitet ein Massai den Gast vom Lagerfeuer zum Zelt. Der Lichtkegel seiner Taschenlampe tastet die dunkle Landschaft nach Büffeln ab, denn die greifen auch schon mal an. Neben dem Licht trägt der Massai einen Speer - kein Folklorerequisit übrigens, wie sie bei Unterhaltungsveranstaltungen der Küstenhotels zum Einsatz kommen.

Dann schließt sich der Reißverschluss vom Luxuszelt, man fällt weich ins Kingsize-Bett und ist doch nur durch eine Stoffwandwand vom Busch getrennt. Noch näher, wäre gefährlich nahe. Doch die Massai patrouillieren die ganze Nacht hindurch um die Zelte des Camps, das gerade mal 45 Gästen Platz bietet, um die sich 45 Angestellte kümmern. Wer etwas braucht oder nach Einsetzen der Dämmerung nicht allein zu Bar oder Restaurant gehen will, ruft per Walkie-Talkie seinen Massai-"Butler".

Kehrtwende im Keniatourismus

Eineinhalb Jahre nach den politischen Unruhen ist das Land auch touristisch wieder stabil. Waren 2007 noch 83.000 deutsche Urlauber nach Kenia gereist, so brach der Tourismus 2008 derart zusammen, dass die Reisveranstalter ihre Flüge streichen mussten. Nun kehren die Urlauber zurück.

Und das Land scheint aus der Krise gelernt zu haben. Allein mit All-inclusive-Angeboten der Strandburgen kann es auf dem umkämpften Reisemarkt nicht bestehen oder droht doch ganz ins Billigsegment abzurutschen. Über Jahrzehnte hatte sich das Land allein auf die Anziehungskraft seiner Strände verlassen. Doch die gibt es auch anderswo, etwa auf Sansibar, wo neben dem Indischen Ozean eine exotische Kulturwelt Urlauber anlockt. Kenias Reichtum aber ist seine Tierwelt. Etwa im für seine roten Elefanten berühmten, aber längst nicht so wie die Serengeti bekannten Tsavo Park.

Wo Ostafrika auf Fernost trifft

Im Frühjahr 2001 entdeckte der Sauerländer Unternehmer Severin Schulte in einer kenianischen Tageszeitung eine kleine Anzeige: Darin wurden die vollkommen verfallenen Kitani Bandas, einem sehr einfachen Camp, von der Parkverwaltung neu zur Verpachtung ausgeschrieben. Schulte, dessen Vater bereits in den Siebzigern ein Hotel am Strand vom Mombasa gebaut hatte, griff zu und schuf mit seinem Team in nur hundert Tagen das "Severin Safari Camp". 2008 bedrohten die Wahlunruhen den Erfolg, aber der überzeugte Keniafreund investierte weiter und eröffnete als Teil des Camps sein Kenbali: ein Wortspiel aus Kenia und Bali - Fusion von authentischem Afrikaerlebnis und asiatischen Wohlfühltechniken.

Im Ying-Yang-Pool inmitten der afrikanischen Savanne entspannt der Gast in Blickweite auf Elefanten oder Gnus - mit etwas Glück leuchtet dazu am Horizont noch der Kilimandscharo im Abendlicht auf. Eine ziemlich einzigartige Kombination, die durch Massagebehandlungen wie "Gazelle der Wildnis" noch gesteigert wird: Sanft gleiten die Hände von Masseurin Georgina dabei über den müden Körper des Safarigängers, während das Massageöl den Duft von Kokosnuss und Zitronengras verbreitet und so östliches Afrika auf Fernen Osten trifft. Das gab es zu Tania Blixens Zeiten nicht.

Qualität statt Quantität

Eine Safari ist anstrengend; stundenlang rumpelt man im Jeep auf der Jagd nach Impressionen und den Big Five durch Staub und Hitze. Ihren eigentlichen Höhepunkt erreicht sie erst, wenn abends das Eis in den Gläsern klirrt und die Erlebnisse des Tages noch einmal durchgespielt werden - klassisch an der Bar. Auf Entbehrung soll Entspannung folgen. Darin bestand über Jahrzehnte der Reiz für Reisende, als Kenia noch für individuelle Erlebnisreisen stand und weniger für Massenurlauber mit bunten Plastikbändern am Handgelenk. Severin Schulte ist zuversichtlich, dass die Krise vom letzten Jahr auch die Verantwortlichen in der kenianischen Regierung wachgerüttelt hat. Der Kenya Wildlife Service jedenfalls will seinen Besuchern künftig luxuriösere Unterkünfte und einen umfassenderen Service bieten. Qualität statt Quantität soll für die Zukunft gelten.

Genau das Motto also, was das Kenbali bereits auszeichnet. Einige der Gäste des Camps waren gar mit eigenem Fahrer im Jeep unterwegs, den sie von Deutschland aus gebucht hatten. Die sicher schönste Art, das Land zu bereisen - ohne Gruppenzwang, Zeitdruck und mit Fotopausen, wo immer man mag. Natürlich teurer als eine Pauschalreise an den Strand, aber eine Safari war noch nie billig: Allein die Gebühr im Tsavo Nationalpark beträgt pro Nacht und Person 50 US-Dollar. Dafür wird aber auch ein Naturareal so groß wie die Insel Jamaika unterhalten: Lebensraum für Elefanten, Büffel, Nashörner, Löwen und Leoparden, aber auch für Wasserböcke, Impalas oder Kuhantilopen.

Angelockt durch die Wasserstellen lassen sich viele dieser Tiere direkt vom Tisch im Restaurant aus beobachten. Und manchmal trauen sie noch dichter ans Camp: Am frühen Morgen aufgeschreckt durch ein seltsames Scharren, steht plötzlich nur zwanzig Zentimeter entfernt neben der dünnen Stoffwand eine mächtige Giraffe, die genüsslich Blätter von den Baumzweigen über dem Zelt zupft.

Infos
Anreise: Condor fliegt im Sommer 2009 dreimal pro Woche ab Frankfurt mit dem einer Boeing 767 nach Mombasa. Buchungen und Preise unter Tel. 01805 - 767 757 oder www.condor.com
Unterkunft: Preise für ein 3-Tage Package im Kenbali Safari Camp/Severin Safari Camp im Zelt bei Doppelbelegung ab: 412 Euro pro Person. Hinzu kommen 50 US-Dollar Parkgebühr pro Nacht und Person, www.severin-kenya.com
Reisezeit: von Mitte Dezember bis Mitte März und von Juni bis Oktober.

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kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(