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Kriminalität in Südafrika: Sicherheit geht vor

Offizielle Stellen spielen das Thema Kriminalität in Südafrika gerne herunter. Die Medien greifen dagegen jeden Fall auf, wenn ein Deutscher Opfer von Gewalt in Südafrika wird. Stimmt das negative Bild der Berichterstattung? stern.de gibt Verhaltenstipps zum sicheren Reisen in Südafrika.

Von Till Bartels

Die Begeisterung für Fußball ist in Südafrika groß und geht durch alle Schichten. Doch auch 15 Jahre nach dem Ende der Apartheid bleibt das Land gespalten, nicht mehr in erster Linie zwischen Schwarz und Weiß, sondern zwischen Arm und Reich. Statt der Hautfarbe trennt die extrem ungleiche Einkommensverteilung das Land am Kap.

Besucher aus Europa müssen wissen, dass die Armut in Südafrika weiterhin auf dem Vormarsch ist. Auch leben 70 Prozent der südafrikanischen Kinder in Armut, wie eine im Juli 2009 veröffentlichte Studie des "South African Institute of Race Relations" belegt.

Der "Mo Ibrahim Index", der Politik, Wirtschaft und Gesellschaft der 48 afrikanischen Staaten südlich der Sahara vergleicht, listet Südafrika unter Sicherheitsaspekten auf einem der letzten Plätze auf. Entwarnung kommt dagegen aus Berlin: Das Auswärtige Amt hat auf seinen Infoseiten keine Reisewarnung für Südafrika ausgesprochen. "Sowohl organisierte Gruppenreisen als auch Individualtourismus sind möglich", heißt es.

Aber bei den Reise- und Sicherheitshinweisen heißt es, dass Südafrika "eine hohe Kriminalitätsrate einschließlich hoher Gewaltkriminalität, vor allem in Großstädten und deren Randgebieten" verzeichnet. Mit einigen Vorsichtsmaßnahmen kann man sich schützen.

Zwölf Verhaltentipps für eine sichere Südafrikareise

Meiden Sie Downtown Johannesburg, Soweto und sämtliche Innenstädte besonders nach Einbruch der Dunkelheit. Tragen Sie keinen Schmuck.

Besuchen Sie Townships nur im Rahmen einer geführten Tour.

Lassen Sie keine Wertsachen im Auto liegen - die gehören in den Hotelsafe. Münzen, Handtaschen, Fotoapparate und ähnliches sollten nicht sichtbar im Auto liegen.

Halten Sie nicht an, wenn Ihnen verdächtige Personen am Straßenrand signalisieren, dass sie eine Panne haben. Es könnte sich um eine Falle handeln.

Während der Autofahrt auch in der Stadt und beim Halt vor roten Ampeln unbedingt die Fenster und Türen geschlossen halten. Verriegeln Sie auch die Türen von innen beziehungsweise aktivieren Sie die Zentralverriegelung.

Meiden Sie Aussichtspunkte oder Rastplätze, wenn dort keine anderen Touristen in Sichtweite sind.

Seien Sie wachsam, wenn Sie Tankstellen nach 21 Uhr anfahren.

Reservieren Sie Ihr Taxi bei zuverlässigen, bekannten Unternehmen. Das Hotel hilft meistens gerne bei der Bestellung.

Benutzen Sie keine Vorortzüge in Johannesburg, Pretoria und Durban.

Von Fremden angebotene Getränke in Bars oder Restaurants sollte man wegen möglicher K.O.-Tropfen nicht annehmen.

Bei Ausflügen in Nationalparks, wie bei einer Wanderung auf den Tafelberg bei Kapstadt: Benutzen Sie keine einsam gelegenen Wanderwege.

Die landesweite Polizeirufnummer lautet: Tel. 10111. Erwerben Sie eine südafrikanische SIM-Karte mit Prepaid-Funktion für Ihr Mobiltelefon, die für wenige Euro bereits erhältlich ist, und reisen Sie mit einem eingeschalteten Mobil-Telefon.

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