Mumbai Das perfekte Chaos


5000 Dabbawalas liefern im indischen Mumbai jeden Tag 200.000 hausgemachte Mittagessen aus. Um Punkt 12:30 Uhr. Eine Film-Dokumentation über das erstaunlichste Liefersystem der Welt.

Die Dabbawalas, die es seit 120 Jahren in Mumbai gibt, verkörpern mehr denn je Tradition und Moderne in der rasant wachsenden Metropole. Bis heute hat sich an ihrer Arbeitsweise nur wenig geändert, doch hat Mumbai mittlerweile zwanzigmal so viele Einwohner. Wie gelingt es den Dabbawalas – in einer der größten Städte der Welt - den Durchblick zu behalten? Ohne Computer, ohne andere technische Hilfsmittel.

Die Mahlzeiten in den so genannten Dabbas, hierzulande als Henkelmänner bekannt, gehen durch unzählige Hände, legen bis zu 70 Kilometer zurück - per Rad, in Zügen, auf Holzkarren und auf dem Kopf. Ein Code aus Zahlen, Buchstaben und Farben weist den Weg. Wer jedoch daran zweifelt, dass das Essen im Chaos der Megacity seinen Empfänger erreicht, liegt falsch.

Nahezu fehlerlos funktioniert das System der Dabbawalas. Eine logistische Meisterleistung, für das sie vom "Forbes Global Magazine" mit dem Qualitätssiegel "Six Sigma" ausgezeichnet wurden - nur eine von 16 Millionen Dosen geht jemals verloren, obwohl die meisten Dabbawalas Analphabeten sind. Sie glauben, jemandem Essen zu liefern, erzeuge gutes Karma und fühlen sich daher ihren Kunden gegenüber zutiefst verpflichtet.

Der Dokumentarfilm "Das perfekte Chaos" von Antje Christ läuft am Dienstag, den 30. September, um 19 Uhr auf arte.


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