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Zwischenfall bei Emirates Schlange stoppt Riesenflieger

Emirates
Symbolfoto: Emirates fliegt auf der Strecke zwischen Muskat und Dubai eine Boeing 777-300.
© EK/Picture Alliance
Blinder Passagier an Bord einer großen Boeing 777 von Emirates: eine Schlange. Der Flug verzögerte sich deshalb um viele Stunden. Zum Glück hatten Gepäckmitarbeiter das Reptil noch vor dem Abflug entdeckt.

Der Emirates-Flug EK863 von Muskat, der Hauptstadt des Sultanats Oman, nach Dubai rollt normalerweise um 11:50 Uhr zum Start. Doch am Sonntag kam es zu einer Verzögerung, noch bevor die Passagiere an Bord gehen durften.

Gepäckmitarbeiter trauten ihren Augen nicht, was sich im unteren Teil des Flugzeuges befand - beziehungsweise schlängelte. Wo die Container für Luftfracht und Gepäck eingeladen werden, war eine Schlange. Ob es sich um eine Gift- oder eine harmlose Schlange handelte, weiß man nicht. Über die genaue Schlangenart machte die Fluggesellschaft keinerlei Angaben, bestätigte jedoch den Zwischenfall.

"Wir entschuldigen uns für die Unannehmlichkeiten", sagte ein Pressesprecher von Emirates Airlines. "Techniker und Reinigungskräfte sind am Arbeiten, damit das Flugzeug wieder eingesetzt werden kann", wie der "Deccan Herald" auf seiner Website berichtete.

Schlangenalarm in 10.000 Metern Höhe

Nach Medienangaben musste der einstündige Flug nach Dubai gestrichen werden. Doch nach der Statistik, die das Portal flightradar24 veröffentlicht hat, konnte Flug EK863 noch am selben Tag gegen 16:13 Uhr abheben. Die Passagiere erreichten Dubai mit einer knapp fünfstündigen Verspätung.

Der Zwischenfall erinnert an den Filmklassiker "Snakes on a plane" aus dem Jahre 2006 und an eine viel dramatischere Situation mit einer Schlange, die sich vor Kurzem auf einem Inlandsflug in Mexiko ereignet hatte: Mitten im Reiseflug auf dem Weg von Torreón im mexikanischen Bundesstaat Coahuila nach Mexico City ringelte sich eine grau-grüne und eineinhalb Meter lange Schlange aus einem Spalt zwischen der Bordwand und den Gepäckablagefächern in Richtung Flugzeugmitte.

Damals ergriffen die Fluggäste in der unmittelbaren Nähe des Reptils die Flucht und retteten sich in den Gang des Jets der Fluggesellschaft Aeroméxico. Mit einer Decke fingen beherzte Passagiere die Schlange ein, ein anderer filmte die Szene, die er später auf Youtube ins Internet stellte.

1. Leiche im Keller Flugzeuge transportieren in ihrem Frachtraum alle möglichen Waren. Auch Leichen fliegen regelmäßig mit – etwa zur Überführung an den Heimatort. Organe können als eilige Ware ebenfalls mit dem Flugzeug unterwegs sein. Der Passagier bekommt davon in der Regel natürlich nichts mit. 2. Schläfchen am Knüppel Müdigkeit –"Fatigue" genannt - ist ein weit verbreitetes Problem im Cockpit. Einer Umfrage zufolge ist jeder dritte Pilot in Europa schon einmal im Cockpit eingeschlafen. (Quelle: ECA) Um die Arbeitszeiten der Cockpitcrews streiten Gewerkschaften und Arbeitgeber intensiv. Vor allem Piloten von Low-Cost- und Fracht-Airlines sind einer Studie zufolge unzufrieden. (Quelle: London School of Economics) Trotzdem wird betont: Die europäische Luftfahrt ist extrem sicher. 3. Vom Blitz getroffen Ein gleißendes Licht, ein heller Knall – Blitzeinschlag! Auch wenn Piloten Gewitter in der Regel umfliegen, passiert das regelmäßig. Im Schnitt wird jedes Flugzeug einmal im Jahr von Blitzen getroffen. (Quelle FAA) Das ist allerdings ungefährlich – denn der Rumpf wirkt wie ein Faraday’scher Käfig. 4. Unter Beschuss Wegen der Gefahr des Vogelschlags gibt es für die Stabilität von Flugzeugteilen strenge Richtlinien. Cockpitscheiben und Triebwerke müssen etwa dem Einschlag von bis zu 1,8 Kg schweren Objekten standhalten. Getestet wird vor per Computersimulationen oder auch mit dem Beschuss durch Gelatine-Blöcken. (Quelle: DLR) Früher beschossen Unternehmen die Objekte tatsächlich mit ganzen Hähnchen, um die Stabilität zu testen. 5. Don’t mess with the pilot Der Pilot ist für die Sicherheit und Ordnung im Flugzeug verantwortlich. Deshalb verfügt er über besondere Befugnisse, die er nur an Bord hat – ähnlich einem Schiffskapitän. So darf ein Pilot Personen durchsuchen, unter Arrest stellen und – wenn nötig - sogar fesseln lassen. Rechtswirksame Trauungen kann ein Pilot dagegen nicht vornehmen.
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