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Streit im Urlauberparadies Malediven sind kein Bordell


Bald kein Spaß mehr im Spa auf den Malediven? Gegen die von der Regierung des Inselstaates angeordnete Schließung der Wellness-Bereiche in den Urlauberhotels wehrt sich die Tourismusbranche. Es geht um Moral und viel Geld.

Auf den Malediven widersprechen Hoteliers dem Vorwurf staatlicher Stellen, dass es sich bei ihren Wellness-Bereichen, Kosmetik- und Massagesalons um getarnte Bordelle handelt. Es gebe dort "definitiv" keinen Sex-Tourismus, sagte der Chef des Verbandes der Tourismusindustrie, Sim Ibrahim, am Montag.

Das Verbot sei "sehr störend, nicht hilfreich für den Tourismus und schlecht für das Image unseres Landes". Der Verband habe die Regierung um "rechtliche Klarheit" gebeten und hoffe, dass die Regelung bald wieder zurückgenommen werde. Gleichzeitig appellierte Ibrahim an Regierung und Islamisten, eine einvernehmliche Lösung für den Streitfall zu finden.

Regierung beugt sich Druck der Islamisten

Die Regierung hatte kurz vor dem Jahreswechsel Hunderte Resorts und Luxushotels angewiesen, ihre Wellness-Bereiche zu schließen. Damit war sie auf eine Forderung islamistischer Parteien eingegangen, denen vor allem die Massageangebote in den Hotels ein Dorn im Augen sind. In der offiziellen Begründung der Regierung hatte es geheißen, viele Bürger des islamischen Staates seien davon überzeugt, dass es sich bei den Wellness-Zentren um getarnte Bordelle handele.

Nach den Protesten will die Regierung angeordnete Schließung überdenken. "Wir prüfen derzeit, ob wir es den Resorts doch gestatten, ihre Wellness-Zentren weiter zu betreiben", sagte Tourismusministerin Mariyam Zulfa nach Angaben der Nachrichtenwebsite "Haveeru Online". Sie räumte ein, dass das Verbot erhebliche Auswirkungen auf den Tourismus haben könnte, eine der wichtigsten Einnahmequellen des Landes.

Ein Milliarden-Geschäft

Die Malediven im Indischen Ozean bestehen aus rund 1200 Inseln. Wichtigste Wirtschaftszweige des knapp 400.000 Einwohner zählenden Landes sind Fischerei und Tourismus. Das Land ist vor allem ein Ziel für Luxus- und Hochzeitsreisen. Nach Schätzungen setzt die Tourismusbranche jährlich rund 1,2 Milliarden Euro um und ist damit mit etwa 30 Prozent am Bruttoinlandsprodukt beteiligt.

Bei deutschen Urlaubern gelten die Malediven vor allem als Taucherparadies. Der Islam ist Staatsreligion. Vor wenigen Tagen hatte Staatschef Mohammed Nasheed allerdings bei seinen Landsleuten für eine tolerante Religionsauslegung geworben.

tib/DPA/AFP DPA

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