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Terrorverdacht bei United Airlines: Airline feuert verängstigte Flugbegleiter

Lachende Fratzen mit bitterem Nachspiel: Beim Check vor dem Abflug entdeckt ein Pilot zwei verdächtige Graffiti. Daraufhin verlangt die Crew eine Durchsuchung der Maschine. Doch alle wurden gefeuert.

Eine Boeing 747-400 von United, wie sie auf der Strecke von San Francisco nach Hongkong zum Einsatz kommt.

Eine Boeing 747-400 von United, wie sie auf der Strecke von San Francisco nach Hongkong zum Einsatz kommt.

Wenn die Passagiere ein Flugzeug betreten, macht der Pilot meistens den Preflight-Check. Dabei läuft er einmal um die Maschine und überprüft unter anderem den Zustand des Fahrwerks und sucht die Triebwerke und Lufteinlässe auf eventuelle Beschädigungen ab.

Eine ungewöhnliche Entdeckung machte der Kapitän eines Jumbojets von United Airlines vor dem Flug von San Francisco nach Hongkong: Am Heck der Boeing 747-400 hatten Unbekannte unter dem Auslass des Hilfstriebwerks zwei lachende Gesichter und die Worte "Bye Bye" in den verdreckten Aluminiumrumpf gekritzelt.

Zeichen für eine Bombe an Bord?

Sollte das der Witz eines Flughafenmitarbeiters sein? Oder konnte das Graffito ein Hinweis sein, dass dem Flug UA869 eventuell ein Terrorakt bevorsteht? Die Crew war alarmiert, denn der Vorfall ereignete sich nur vier Monate nach dem mysteriösen Verschwinden des bis heute nicht gefundenen Fluges MH370, wie die "Washington Post" berichtet.

Die Cockpit-Crew informierte daraufhin die Flugbegleiter, dass sich der Start aus Sicherheitsgründen verzögern würde. Den mehr als 300 Passagieren wurde dagegen gesagt, es handele sich um ein technisches Problem.

Statt zu fliegen werden sie gefeuert

"Erschreck nicht die anderen Flugbegleiter", soll der Pilot zu einer Stewardess gesagt haben, als er von den Schmierereien berichtete. Die Mitarbeiter der Kabinen-Crew verlangten dennoch eine vollständige Durchsuchung der Maschine. Anschließend wurde nur das Heck der Boeing erneut inspiziert.

Das reichte den 13 Flugbegleitern nicht, und sie verweigerten den Abflug. Der Hongkong-Flug musste daraufhin annulliert werden. United Airlines machte kurzen Prozess und feuerte die 13 Mitarbeiter fristlos.

Nach Angaben der Fluggesellschaft wurden bei dem Flug am 14. Juli 2014 keine Sicherheitsbestimmungen missachtet. Im Gegenteil: "Die Piloten, Mechaniker und Sicherheitskräfte haben das Flugzeug für absolut flugsicher gehalten." Das sieht die Kabinen-Crew bis heute anders.

Juristisches Nachspiel

Sie lassen sich inzwischen von dem Rechtsanwalt David Marshall vertreten. Der verweist auf den gesunden Menschenverstand der Flugbegleiter und auf einen Hinweis der Transportation Security Administration (TSA): "Nur eine Woche zuvor hatte die TSA neue Sicherheitsmaßnahmen für internationale Flüge veröffentlicht, die von der Annahme ausgehen, dass auch Sprengstoff in Handys verwendet werden kann", so Marshall.

Jetzt hat der Anwalt beim Occupational Safety and Health Administration im Arbeitsministerium Beschwerde eingereicht und fordert in Washington die Wiedereinstellung der Flugbegleiter. Die 13 Stewardessen und Stewards sind seit dem Vorfall arbeitslos.

tib

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