TUNESIEN Djerba hilft bei Sonnenhunger


Waren es die köstlichen Lotosfrüchte oder die weißen Strände? Auf jeden Fall wollten Odysseus und seine Gefährten nicht mehr weiterziehen, nachdem sie auf Djerba Halt gemacht hatten.

Tunesischer Inseltraum aus 1001 Nacht

Die schönsten Orte

Sport und Spaß

Touren und Trips

Die besten Ausgeh-Tipps

Urlauber von heute glauben das gern. Bei rund 3000 Sonnenstunden im Jahr, Badewetter auch im Winter und jeder Menge Abwechslung würden auch sie gern länger bleiben, als ihr Urlaub es vorsieht. Dass auch Sportler auf ihre Kosten kommen und es zudem viel zu sehen gibt, sind zusätzliche Sahnehäubchen auf dem Ferien-Leckerbissen.

Nordafrikas größte Insel ist nur zwei bis drei Flugstunden von Deutschland entfernt. Ein Katzensprung also - raus dem nieseligen Herbst, hinein ins sonnige Steppenklima. Obwohl das Wasser rar ist, heißt der Name Djerba glücklicher Garten. Denn die ganze Insel ist überzogen mit Dattelpalmen, Oliven-, Johannisbrot-, Granatapfel- und Aprikosenbäumen.

Die Urlaubs-Hotels liegen fast alle direkt am Strand, im Nordosten am Sidi Mahrès, im Südosten am Strand von la Séguia. Von dort aus lassen sich die kulturellen Attraktionen Djerbas per Taxi oder Mietwagen in zwei Tagen erkunden. Danach können Sie sich nur noch auf das konzentrieren, was im Urlaub am wichtigsten ist: relaxen, erholen und jede Stunde von Herzen genießen.

DIE SCHÖNSTEN ORTE

Houmt Souk - Die ganze Stadt ist ein Basar

In der Hauptstadt Djerbas gibt es nur Geschäfte und Büros, die Wohnhäuser liegen außerhalb. Die ganze Innenstadt ist ein Basar. »Komm mal mit, ich will Dir nur was zeigen« oder »nur gucken, nix kaufen«, beginnt so manches Verkaufsgespräch. Doch keine Bange! Die tunesischen Händler wollen zwar etwas verkaufen, sind aber eher liebenswerte Schlitzohren. Vieles lohnt außerdem den Kauf: Schmuck, handgewebte Stoffe, Aquarelle, Tonwaren und Teppiche. Letztere gibt es in riesiger Auswahl im Staatlichen Kunstgewerbezentrum. Dort kann man auch beim Knüpfen zuschauen. Erholung findet man danach in einem der vielen Straßencafés. Sehenswert ist zudem der kleine Fischer-Hafen, das Fort Bordj el Kebir (auch: Borj Ghazi Mustafa oder Fort Espagnol), die Türken- und die Fremdenmoschee. Über Traditionen und Trachten informiert das Volkskunstmuseum.

Midoun - Herz der bewässerten Gärten

Die zweitgrößte Stadt Djerbas (7000 Einwohner) liegt malerisch zwischen üppigen Gärten, Obst- und Dattelhainen. Im Stadtzentrum findet freitags ein bunter, lebhafter Markt statt. Jeden Dienstag Nachmittag wird auf der Freilichtbühne des Ortes eine »jahfa«, ein Hochzeitszug mit tabbala-Musikanten, nachgestellt. Der ganze Stolz der Einheimischen ist die 300 Jahre alte Ölmühle unterhalb des Marktplatzes. Auch lohnt sich ein Besuch der drei Kilometer außerhalb des Ortes liegenden Moschee »Jamaa Fadlhoun«. Viele Frauen in und um Midoun tragen weiße Schleiertücher mit Streifen aus rot-orangefarbener Seide. Das bedeutet, sie sind verheiratet und mit ihrem Leben zufrieden.

Adjim - Dorf der Schwammtaucher

Naturschwämme gefällig? In Adjim, dem wichtigsten Hafen der Insel, können Sie diese direkt von einem der alten Schwammtaucher kaufen. Jedes Jahr im Juli findet in dem 2500-Seelen-Dorf sogar ein Schwammfest statt. Von Adjim aus kann man mit der Fähre zum tunesischen Festland nach Djorf übersetzen.

Guellala - Dorf der Töpfer

Ein Orden demjenigen, der das Töpferdorf besucht und ohne Schüssel, Schale, Tasse oder Vase zurückkehrt. Die kunstgewerblichen Waren, die hier dicht an dicht entlang der Straße auf Käufer warten, sind einfach zu schön. Hochinteressant ist ein Besuch in den Töpferwerkstätten, deren Brennöfen oft unter der Erde liegen. Ein Meister seines Faches ist Fethi Ben Aissi, dessen Atelier Sie am Ortsausgang an der Straße nach Adjim finden. Wenn man von dort noch ein Stückchen weiter fährt, gelangt man zu einem Schutzgebiet für Zugvögel. Auch zahllose Flamingos staken dort durch die Lagune.

Erriadh - Reise in die Vergangenheit

Ein Dorfplatz mit Krämer, Gemüseladen, Schneider und Haushaltswarengeschäft ­ in Erriadh scheint die Zeit irgendwann angehalten zu haben. Dass trotzdem immer mal wieder Touristen durch den Ort kurven, liegt daran, dass am Ortsrand die bedeutendste Synagoge Nordafrikas zu besichtigen ist, El Ghriba (die Wundertätige). Von außen schlicht, von innen reich geschmückt mit wertvolle Ikonen und Thorarollen, ist sie alljährlich am 33. Tag nach Ostern Wallfahrts-Ziel unzähliger Juden aus aller Welt. Die heutige Synagoge wurde 1920 auf älteren Fundamenten errichtet.

Achtung: Besucher sollten angemessene Kleidung tragen. Frauen bedecken ihr Haar mit einem Kopftuch, Männer mit einem jüdischen Käppi. Beides liegt am Eingang aus.

SPORT UND SPASS

Der größte Renner am Strand sind die Paragliding-Schirme. Meist muss man geduldig in einer Warteschlange stehen, um dann, von einem Motorboot gezogen, die Traumstrände aus luftiger Höhe zu betrachten. Die Preise sind human. Etwa 15 DM kostet das etwa zehnminütige, wirklich eindrucksvolle Vergnügen.

Ansonsten wird an den Stränden so ziemlich alles geboten, was zum Wassersport gehört: Tauchen, Schnorcheln, Wasserski, Windsurfen, Segeln und vieles mehr. Und natürlich muss man auch mal mal auf einem Dromedar am Strand entlang in den Sonnenuntergang geritten sein.

Golfer haben die Wahl zwischen zwei Plätzen (ein 9- und ein 18-Loch-Platz). Pferde können über die Hotel-Rezeption in diversen Reitzentren gemietet werden. Viele Hotels verfügen über Tennisplätze mit Flutlicht.

TOUREN UND TRIPS

Ein heißer Tipp für die ganze Familie: Schiffs-Tour zur Flamingo-Insel. Kapitän und Mannschaft sind als Piraten verkleidet, hissen zwischendurch die Segel, tauchen nach Perlmuttmuscheln, werfen Fischernetze aus.

Die Insel Zarzis ist durch einen 7 Kilometer langen Römerdamm mit Djerba verbunden und besticht durch ihre Ursprünglichkeit.

Empfehlenswert ist ein 2-Tages-Ausflug mit dem Landrover aufs nahe Festland, wo das berühmte Berber-Höhlendorf Matmata und die Palmenoase Douz am Sahararand besucht werden können.

DIE BESTEN AUSGEH-TIPPS Die tunesische Küche vereint berberische, ägyptische, andalusische und türkische Einflüsse. Zu jedem tunesischen Gericht gehört Harissa, eine höllisch scharfe rote Paste aus Peperoni und Paprika.

Spezialitäten: Mechouiya Salat (mit Tomaten, Paprikaschoten, Knoblauch, Koriander und Zitrone) Gegrillte Sardinen »À la goulette« Brik à l'oeuf (mit Kartoffelpürre, Thunfisch und Ei gefüllte, fritierte Teigtaschen) Couscous

Restaurant-Tipps: Princess d'Haroun, Hafen von Houmt Souk (Fisch-Spezialitäten) Le Khalife, Midoun Méditerranée, Houmt Souk Cobry, Guellala

Nightlife

Zu den meisten Hotels gehört auch eine Disco, in der jedoch meist vor elf Uhr abends tote Hose herrscht. Sehr beliebt: Le Pasha im Royal Garden Hotel.

Viele Urlauber treffen sich im Pasino (ein Casino, dessen Besitzer Peter heißt und deshalb mit »P« beginnt). Im Pasino gibts ein Casino, das auch im T-Shirt zu betreten ist, ein türkisches Café, ein Restaurant mit arabischer Musik und Show-Spektakel, ein Einkaufs- und ein Internet-Zentrum. Eltern können ihre Sprößlinge in einem Kindergarten »parken«.


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