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Unruhen in Thailand: Auswärtiges Amt rät von Bangkok-Reisen ab

Angesichts der Unruhen in Thailand warnen mehrere Staaten ihre Bürger vor Reisen in die Hauptstadt Bangkok. Deutsche Reiseveranstalter sehen noch keine Veranlassung, ihre Kunden mit dem Reiseziel Thailand umzubuchen.

Von Till Bartels

In seinen neuesten Sicherheits- und Reisehinweisen für Thailand erklärte das Auswärtige Amt in Berlin am Freitag: Wegen der "unübersichtlichen Sicherheitslage wird von nicht unbedingt notwendigen Reisen nach Bangkok derzeit abgeraten." Reisen und insbesondere Flüge nach und von Bangkok seinen grundsätzlich weiterhin möglich.

Wegen der angespannten Lage kann es jedoch zu Einschränkungen der Bewegungsfreiheit in Bangkok kommen, von denen auch Touristen und Geschäftsreisende betroffen sein können. "So schließt die thailändische Regierung weitere Eskalationsstufen und die drastische Verschärfung eigener Sicherheitsmaßnahmen für den Großraum Bangkok nicht mehr aus", heißt es auf der Website des Auswärtigen Amtes.

Kundgebungen und bestimmte Stadtviertel meiden

Es wird daher "dringend empfohlen", die betroffenen Orte in der Hauptstadt wie das Touristen- und Einkaufsviertel rund um die Kreuzung Ratchadamri und Ploenchit Road sowie alle Kundgebungen und Demonstrationen zu meiden. Bereits am 7. April hatte die thailändische Regierung den Ausnahmezustand für die Hauptstadt Bangkok und die umliegenden Provinzen verfügt.

Auch Großbritannien, Frankreich und Österreich rieten ihren Landsleuten, Kundgebungen zu meiden. "Es besteht die große Wahrscheinlichkeit neuer gewaltsamer Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften in Bangkok", warnt auch das australische Außenministerium. "Wir raten dazu, die Notwendigkeit einer Reise nach Thailand zu bedenken." In dem heraufgestuften Warnhinweis des US-Außenministeriums in Washington heißt es, "wegen der wachsenden Gewalt im Zentrum Bangkoks sollten alle US-Bürger nicht unbedingt notwendige Reisen nach Bangkok vermeiden".

Seit Mitte März demonstrieren in Bangkok die sogenannten "Rothemden" in Massenkundgebungen gegen die Regierung von Ministerpräsident Abhisit Vejjajiva und liefern sich gewaltsame Auseinandersetzungen mit den Sicherheitskräften. Am Donnerstag wurden in Bangkok durch Granatangriffe mindestens ein Mensch getötet und 86 weitere verletzt. Die bisher blutigsten Auseinandersetzungen ereigneten sich am 10. April, als 25 Menschen starben und Hunderte verletzt wurden.

Ruhige Lage in den Ferrienhochburgen

Die Tourismusregionen außerhalb Bangkoks wie Phuket, Pattaya, Koh Samui und andere Inseln sind von den Demonstrationen nicht betroffen. Die großen Reiseveranstalter in Deutschland sehen im Moment keinen Handlungsbedarf. "Für uns ist wichtig, was das Auswärtige Amt sagt", so eine Pressesprecherin von Dertour in Frankfurt. Die meisten Deutschen verbringen ihren Urlaub an den Küsten Thailands und halten sich in Bangkok nur für eine oder zwei Nächte in Bangkok auf, ehe die Badefreien oder Thailand-Rundreisen beginnen.

Auch bei der Tui spricht man nicht von Krise. Allerdings werde man Gäste, die Reisen mit Start bis zum 30. April in Richtung Thailand gebucht haben, jetzt aktiv ansprechen und über die Lage informieren, wie eine Pressesprecherin auf Anfrage von stern.de sagte. "Wir beobachten die Situation genau und sind mit unseren Partnern vor Ort in ständigem Kontakt."

mit DPA

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