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Von Assuan nach Khartum: It's not raining Men

Auf unserem Flug nach Khartum konnten wir ein einzigartiges Naturphänomen beobachten: einen Regenschauer, dessen Tropfen niemals den Boden berührt haben.

Wir haben Khartum erreicht, die Hauptstadt der Republik Sudan. Auf unserem Flug hierher konnten wir die Tempel von Abu Simbel des Pharao Ramses II. fotografieren. Seit zwei Jahrhunderten sind diese Tempel das Ziel von Touristen aus allen Ländern. Beim Bau des Assuan-Hochdamms drohten beide Tempel in den Fluten des Nassersees zu versinken. Daher wurden sie zwischen 1964 und 1968, unter Leitung von deutschen Ingenieuren, in 1.036 Einzelteile zerschnitten und anschließend 180 Meter landeinwärts sowie 64 Meter über dem alten Standort wieder aufgebaut. Gestützt wird dieses Monument nun durch eine Betonkonstruktion.

Höhepunkt des Fluges waren aber nicht die Tempel, sondern eine "Virga". Im hohen Norden war es extrem heiß und trocken und kurz vor Kharum bauten sich Gewitterwolken auf. Der dann folgende Regen konnte aber den Boden überhaupt nicht erreichen, da er auf dem Weg nach unten in der Hitze verdunstete. Das wiederum hat die Luft extrem abgekühlt und so "fiel" die erkaltete Luft wie ein Stein zu Boden und entwickelte dabei extrem hohe Windgeschwindigkeiten und Kraft. Der kalte Wind wühlte wie ein Helikopter den Staub auf und es entstand eine riesige Staubwolke. Diese rabiate Staubwolke ist gut und gerne vier bis fünf Kilometer breit und locker einige Hundert Meter hoch - nichts Gutes für einen Helikopter jedenfalls. Mit gehörigem Respekt konnten wir das Naturschauspiel trotzdem aus der Ferne betrachten.

In Khartum angekommen wurden wir erstmal von den Einheimischen in Augenschein genommen. Touristen und Besucher sind hier eher die Ausnahme - zu schockierend wirken die Bilder und Meldungen vom Bürgerkrieg in der Krisenregion Darfur, die auch zum Sudan gehört. Im Gegensatz zu Ägypten sind wir die einzigen Touristen hier. Für zwei Tage haben wir uns den Luxus gegönnt, uns im Hotel einzuquartieren und kommen so endlich dazu unsere Fotos auf den Computer zu spielen und an die Hamburger Redaktion zu schicken. Ich bin gespannt, was uns hier noch erwartet.

Michael Poliza
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