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Umfrage Neuer Berliner Flughafen BER: Passagiere sind zufriedener als in Tegel

Ein Mann mit Maske geht an einer Anzeigetafel am Flughafen BER vorbei
Ein Passagier am Flughafen BER in Berlin
© Fabian Sommer/dpa
Jahrelang ließ der Milliardenbau in Berlin auf sich warten, jetzt ist der Flughafen BER offen. Die Passagiere sind offenbar zufriedener als im Altbau, das ergab eine Umfrage. Doch es gibt noch Verbesserungsbedarf. 

Der neue Hauptstadtflughafen BER stellt Passagiere zufriedener als der alte Berliner Flughafen Tegel. Das ist das Ergebnis von Umfragen im Auftrag der Betreibenden. Bei einem Element hatten sich die Planenden aber verschätzt: Die angeschlossene Bahn wird nicht so häufig genutzt wie zunächst erwartet. 

In den ersten Betriebsmonaten erhielt der neue Flughafen den Umfrageergebnissen zufolge die Durchschnittsnote 1,9 von Fluggästen. In Tegel war es im letzten vollständigen Betriebsjahr die Note 3,4, wie aus Angaben der Flughafengesellschaft hervorgeht. Das war vor Ausbruch der Corona-Pandemie, als Tegel völlig überlastet war. Wegen der bevorstehenden Schließung wurde nur das Notwendigste investiert.

BER kommt unter Corona-Bedingungen gut an 

"Fluggäste, die vom BER bereits abgereist sind, zeigen sich vom BER und dem Reisen unter Corona-Bedingungen zufrieden", hieß es bei den Betreibern. Gute Noten erhalten die Sitzmöbel und das kostenfreie WLAN in den Wartebereichen, aber auch die Sauberkeit der Toiletten sowie Freundlichkeit und Wartezeit an den Sicherheitskontrollen.

Dazu trägt bei, dass wegen der Corona-Beschränkungen am BER zunächst kaum jemand flog. Nur ein Bruchteil der erwarteten Passagiere nutzte den neuen Flughafen. Erst zum Sommer stiegen die Zahlen kräftig an. Zwei der drei Terminals sind aber noch geschlossen.

BER war fast zehn Jahre zu spät eröffnet worden

Vor allem weil viele Urlauber zurückkehren, wurden am Freitag rund 53.000 Fluggäste gezählt. Das Terminal 1 war damit mehr als zur Hälfte ausgelastet. An diesem Sonntag werden noch einmal mehr als 52.000 Passagiere erwartet.

Der Flughafen war Ende Oktober 2020 mit neun Jahren Verspätung und verdreifachten Kosten eröffnet worden. Von November bis April befragte ein Marktforschungsunternehmen mehr als 6300 Fluggäste vor dem Abflug vom BER.

Ausbaubedarf bei den Bahnverbindungen zum BER

Ein Ergebnis zeigt aber auch eine unzufriedenstellende Tendenz: Nahezu jeder Zweite war mit dem Auto zum Flughafen gefahren. Insgesamt 45 Prozent kamen mit dem eigenen Fahrzeug, einem Mietwagen, im Taxi oder sie ließen sich von Freunden oder Verwandten bringen. Ebenfalls 45 Prozent nutzten Bus und Bahn.

Als Ziel hatten die Betreiber jedoch ausgegeben, dass knapp 60 Prozent mit Bus und Bahn kommen, langfristig sogar 70 Prozent. Denn obwohl der BER einen eigenen Autobahnanschluss hat, gilt die Straßenanbindung als beschränkt. Umlandgemeinden fürchten Staus, wenn der Flugbetrieb unter Volllast läuft und sich am Standort mehr Unternehmen ansiedeln.

"Eine Anbindung des BER an das Hochgeschwindigkeitsnetz der DB mit ICE-Verbindungen könnte noch mehr Reisende von der Anreise mit der Schiene überzeugen und Reisezeiten verkürzen", hoben die Betreiber hervor.

reb DPA

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