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Reisen in der Pandemie Dubais Flughafen-Chef zum Tourismus-Restart: "Es gibt keine Alternative zu den Corona-Impfpässen"

Reise 2021: Karte zeigt, in welchen Ländern könnte der Sommerurlaub klappen könnte.
Sehen Sie im Video: Reisen im Sommer – In diesen Ländern könnte der Urlaub klappen. Videoquelle: n-tv.de
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Die Tourismusbranche krankt an der Pandemie. Linderung sollen die Corona-Impfpässe verschaffen. Dubais Flughafen-Chef sieht "keine andere Alternative".

Geimpft und ab in den Urlaub – der Corona-Impfpass soll es möglich machen. Mehrere solcher Dokumente sind geplant. So arbeitet die EU mit Hochdruck am "Green Certificate", das spätestens ab Ende Juni gelten soll. Die Nachweise sollen die gebeutelte Tourismusbranche wieder auf Spur bringen. Kein Wunder also, dass der Chef des Dubai Airports, Paul Griffiths, ein Loblied auf die Impfpässe anstimmt. Sie seien, sagte er der BBC, "unvermeidlich". 

Nicht alle sehen das so. Denn während sich die einen darauf freuen können, bald wieder unter Palmen Cocktails zu schlürfen, hängen andere weiterhin in den Corona-Maßnahmen fest. So äußerte beispielsweise der oberste Seuchenbekämpfer bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Mike Ryan, Bedenken, ob die Einführung fair und ethisch vertretbar sei. Solche Aspekte müssten in Betracht gezogen werden, sagte er im vergangenen Monat, "vor allem in einer Welt, in der Impfstoffe auf so grob ungerechte Weise verteilt werden".

70 Prozent weniger Reisende 

Der Flughafen Dubai ist seit Jahren der verkehrsreichste Flughafen der Welt. Er gilt als Drehkreuz für Flugreisende aus aller Welt. Wie der gesamten Branche brachte die Pandemie dem Airport im vergangenen Jahr beträchtliche Umsatzeinbußen. 2019 fertigte man dort noch 86,3 Millionen Passagiere ab – Rekord. Aber 2020 sank die Zahl auf "nur" noch 25,8 Millionen. Um glimpflich durch die Krise zu kommen, schloss man in Dubai ganze Terminals und Flughafenhallen. 6000 Arbeitsstellen wurden gestrichen.

Es wundert kaum, dass Griffith sich für den Restart des Massentourismus einsetzt. Das ist sein Job. Der Kritik zum Trotz sagte er, dass es seiner Meinung nach keine Alternative zu den Impfpässen gebe. Und führte aus: "Ich glaube einfach nicht, dass die Welt ohne diese Mobilität noch lange überleben kann, jedenfalls nicht sozial und wirtschaftlich." Man könne aber verstehen, warum Länder auf der ganzen Welt diesbezüglich konservativ agierten. "Das Letzte, was jeder Politiker will, ist eine Ansteckungswelle in seinem Revier."

Welche Regeln gelten für Genese und Geimpfte?

6000 Kameras sollen für Sicherheit sorgen

Das Reisen soll nicht zum Superspreading-Event werden: Hygienemaßnahmen, Maskenpflicht und Abstandsregelungen gelten am Flughafen weiterhin. Zudem sollen neue Prozesse dafür sorgen, dass es zu keinen langen Warteschlangen kommt. Die Passagiere, so Griffiths, halten sich "extrem gut daran, weil wir dafür sorgen, dass sie sich daran halten". Überwacht werden die Reisenden in Dubai mit über 6000 Kameras. Wolle man, dass der internationale Flugverkehr wieder einen Schub bekommt, liege es an den Ländern entsprechende Einreiseregeln festzusetzen und an den Airlines und Flughäfen diese umzusetzen. Er ist überzeugt: "Wenn das alles funktioniert und alle an einem Strang ziehen, werden Impfpässe eine sehr, sehr einfache Möglichkeit für uns sein, ohne Dokumente um die Welt zu reisen."

Rechtzeitig vor der Sommerurlaubssaison soll das EU-Zertifikat für Geimpfte verfügbar sein. Das zumindest ist das Ziel der Kommission. Bis Mitte Juni soll die Verordnung, die regelt, welche Daten in den Pässen gespeichert werden sollen, festgezurrt sein und erforderliche Prüfsysteme ausgetüftelt. Mit dem "Green Certificate" sollen Reisende nachweisen können, dass sie entweder gegen Covid-19 geimpft oder wenigstens negativ getestet sind. Spätestens Ende Juni soll das "Green Certificate" verfügbar sein.

Quellen:BBC, "Wirtschaftswoche"

tpo

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