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Archäologische Sensation Forscher öffnen erstmals seit 460 Jahren das Grab Jesu


Das Grab Jesu in Jerusalem ist einer der heiligsten Orte der Welt. Seit 460 Jahren wurde die Marmorplatte, die es bedeckt, nicht bewegt. Nun betraten Archäologen erstmals die Grabkammer - und waren überrascht. 

Die Grabeskirche (auch Kirche vom heiligen Grab) in der Altstadt Jerusalems zählt zu den größten Heiligtümern des Christentums, denn sie befindet sich direkt an der überlieferten Stelle der Kreuzigung. Hier liegt, verborgen hinter schweren Marmorplatten, das Grab Jesu. Mindestens seit dem Jahr 1555 wurden die Platten nicht mehr bewegt, also rund 460 Jahre.

Der Marmor wurde entfernt

Fast ein halbes Jahrtausend betrat kein Mensch die Gruft. Nun haben Archäologen im Rahmen umfangreicher Restaurierungsarbeiten erstmals die Überreste des Grabs freigelegt. Eine Reporterin des Wissenschaftsmagazins "National Geographic" war dabei und beschreibt, wie das Ereignis ablief.

Die Türen der Kirche wurden früher als sonst verschlossen, und wo sonst nur fahles Kerzenlicht die Szenerie erleuchtet, strahlten nun gleißend-helle Bauscheinwerfer. "Der Marmor wurde entfernt und wir waren überrascht von der großen Menge an Füllmaterial, die darunter lag", sagte der Archäologe Fredrik Hiebert dem Magazin.

"Es wird dauern, aber am Ende werden wir in der Lage sein, die Felsenoberfläche zu untersuchen, auf der - so heißt es in der Überlieferung - Christus' Leichnam abgelegt wurde." Von der Untersuchung erhoffen sich die Wissenschaftler neue Erkenntnisse über die Beschaffenheit des Felsengrabes, das um das Jahr 1009 zerstört wurde. 

Aufwendige Restaurierung

Die Grabeskapelle (auch Ädikula genannt) wird derzeit aufwendig restauriert, um sie erdbebensicher zu machen. Die Restauratoren werden bis Anfang 2017 den Bau abtragen, die Steine ausbessern und die Ädikula originalgetreu wiederaufbauen. Verantwortlich für die Arbeiten ist die Ingenieurin Antonia Moropoulou, die ein Team der Nationalen Technischen Universität Athen leitet.

Die Forscher nutzen die Gunst der Stunde, um das Grab mit modernster Technik zu vermessen. "Wir befinden uns an einem entscheidenden Moment für die Restaurierung", erklärt Moropolou der "National Geographic". "Die Techniken, mit denen wir dieses einmalige Monument dokumentieren, werden es der Welt ermöglichen, unsere Forschungsergebnisse so zu studieren, als wenn sie sich selbst im Grab Jesu befinden würden."

cf

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