HOME

"Freedom of the Seas": Das große Kotzen 2 - Noro returns

Das gefürchtete Noro-Virus bleibt dem größten Kreuzfahrtschiff der Welt erhalten: Erbrechen und Durchfall legen den Verkehr auf der "Freedom of the Seas" erneut lahm - dabei war das Schiff erst Anfang Dezember gründlich desinfiziert worden. Doch nicht nur auf See breitet sich das Virus aus.

Auf dem größten Kreuzfahrtschiff der Welt hat es auf zwei Fahrten hintereinander einen Virus-Ausbruch gegeben. Die "Freedom of the Seas" (Freiheit der Meere) wurde in Miami einer gründlichen Reinigung unterzogen, nachdem auf der jüngsten Kreuzfahrt 108 Passagiere und Besatzungsmitglieder Magen-Darm-Erkrankungen durch das Norovirus bekamen. Dabei war die "Freedom of the Seas" erst nach einer am 3. Dezember beendeten Karibik-Kreuzfahrt gründlich gereinigt und desinfiziert worden, bei der mehr als 380 Passagiere und Besatzungsmitglieder an dem Norovirus erkrankten.

Das Noro-Virus hält sich gewöhnlich 24 Stunden im Körper des Erkrankten und ruft Übelkeit, Erbrechen und Durchfall hervor. Die Symptome halten drei bis vier Tage an und klingen meist von selbst wieder ab. Das Virus ist zwar nicht sehr gefährlich, aber hoch ansteckend. Es verbreitet sich besonders in geschlossenen Gesellschaften, wie auf Kreuzfahrtschiffen, in Gefängnissen, Kindergärten und Altersheimen, rasend schnell. Und das Virus scheint die kalten Jahreszeit besonders zu mögen: Immer wieder kommt es im Winter zu vermehrten Ausbrüchen, allein in Miami-Dade waren im Oktober fünf Altersheime betroffen; im Staat New York infizierten sich am belebten Thanks-Giving-Wochenende 960 Gäste einer Bikerbar. "Das Noro-Virus ist keine spezielle Kreuzfahrer-Krankheit", sagt Marc-Alain Widdowson, Epidemiologe des amerikanischen Gesundheitsamts, "auf den Schiffen spiegelt sich nur verstärkt wieder, was an Land passiert." 2005 wurde das Virus auf 18 Kreuzern registriert, 2006 infizierten sich bereits 33 Schiffe.

Zweite Reinigung wird überwacht

Die amerikanische Gesundheitsbehörde CDC habe der "Freedom" ein vorläufiges Auslauf-Verbot empfohlen, berichteten US-Medien am Montag, und will die zweite Säuberungsaktion überwachen. Vermutlich sei das Schiff nach der letzten Epidemie nicht ausreichend desinfiziert worden. Die Reederei Royal Caribbean teilte mit, diesmal würden mehrfach alle Gegenstände gereinigt, die von vielen Menschen berührt oder angefasst werden: Türgriffe, Geländer, Aufzugsknöpfe und ähnliches. Bei der nächsten Fahrt sollen zwei zusätzliche Ärzte und 45 zusätzliche Reinigungskräfte mitfahren. Bei der letzten Kreuzfahrt waren 3.900 Passagiere an Bord. Die "Freedom of the Seas" mit den Durchfallkranken an Bord war am Montag von einer Karibik-Kreuzfahrt in einen Hafen bei Miami (US-Bundesstaat Florida) zurückgekehrt. Eigentlich sollte das Schiff bereits am 10. Dezember wieder auslaufen, durch das verzögerte Auslaufen musste der Sieben-Tage-Trip auf fünf Tage verkürzt werden. Bei der nächsten Kreuzfahrt will die Gesellschaft zwei Ärzte und 45 Reinigungskräfte zusätzlich mit an Bord nehmen. Die "Freedom of the Seas" bietet mehr als 4000 Fahrgästen Platz und gilt als derzeit größtes Passagierschiff der Welt.

Auch ein Kreuzfahrtschiff der Reederei Princess Cruises, die "Sun Princess", wurde am Montag in einem US-Hafen nach einem Norovirus-Ausbruch von den Behörden festgehalten und einer Reinigung unterzogen. 119 Passagiere waren auf dem Schiff am Noro-Virus erkrankt. Dennoch durfte die "Princess" planmäßig auslaufen. Mitte November meldete die "Liberty", ein Kreuzfahrtschiff der Carnival Reederei, mit 534 an Noro erkrankten Passagieren den bisher größten Ausbruch des Virus.

AP/DPA/pie / AP / DPA
Themen in diesem Artikel

Wissenscommunity